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Die Faltkarte in diesem Buch führt Sie mitten hinein ins Herz von J.R.R. Tolkiens sagenhafter Welt Mittelerde. Der Künstler John Howe hat die Karte nach den ursprünglichen Entwürfen von Christopher Tolkien völlig neu gestaltet und mit wunderbaren Illustrationen aus “Der Herr der Ringe” geschmückt.
Begleiten Sie die abenteuerliche Reise von Frodo und der Gemeinschaft des Ringes vom Auenland bis zum Schicksalsberg.
Folgen Sie Aragorn in die berühmte Stadt Minas Tirith.
Entdecken Sie die Zinne des Zirak Zidil, wo der letzte Kampf zwischen Gandalf und dem Balrog stattfand.
Die Karte macht Tolkiens detaillierte Ausgestaltung der Geographie von Mittelerde auf einmalige Weise anschaulich. 

 

  Autor: Brian Sibley/John Howe
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: August 2009
ISBN: 978-3-608-93761-9
Seitenzahl: 61 Seiten


Stil und Sprache
Das kleine Buch wurde im Textteil in drei Abschnitte gegliedert:

  • Zur Kartographie von Mittelerde
  • Über die Karte von Mittelerde
  • Orte auf der Karte von Mittelerde

Die Sprache zeigt keine Auffälligkeiten, ist daher angenehm zu lesen und gut übersetzt. Dies im Unterschied zu einer früheren Ausgabe. Es freut mich, dass man von Verlagsseite diesen Missstand behoben hat. Das Verzeichnis der Orte mit den kurzen Beschreibungen wurde erfreulicherweise erweitert.


Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe
Wie schon der Titel sagt, ist die begefügte Karte - geschaffen von John Howe, einer der Tolkien-Illustratoren - das, worauf es hier ankommt und nicht der Text von Brian Sibley. Aber bevor ich zur Karte komme, muss ich leider etwas meckern: Bei einer erweiterten Neuausgabe mit neuer Übersetzung hätte man auch gleich mal nach Fehlern suchen und diese verbessern können. Doch gleich beim Klappentext wird schon ein Neuer hinzugefügt: Zirak-Zidil statt Zirak-zigil, ebenso auf Seite 45 wo man den Ausdruck “Wosen” findet - wer ist denn das? fragt man sich. Naja, man kommt schon noch drauf, es handelt sich um die Wasa oder Drûedain. Goldbeere wird als Tochter des Flusskönigs bezeichnet (S.29) dabei ist sie die Tochter der Wasserfrau der Weidenwinde. Und warum im Glossar unterschlagen wird, dass Eowyn den Herrn der Nazgûl getötet hat und nicht nur dessen Reittier, das wissen nur die Götter. Das scheint mir ein bisschen viel für so wenig Text.
Die Karte macht dies aber wieder völlig wett und um sie dreht sich ja alles. Sie zeigt alle bekannten Orte und Landschaften Mittelerdes von der Eisbucht von Forochel im Norden bis hinunter nach Nah-Harad ganz im Süden. Die Länder der Freien Völker ebenso wie Mordor und die seiner Verbündeten. Wälder, Gebirge, Flüsse – alle eingezeichnet und mit den dazugehörigen Namen versehen. Windrose und Maßstab dürfen natürlich nicht fehlen. Die Farben sind sehr zurückhaltend, hell- bis dunkelblau das Meer und in vielen Grünschattierungen die Wälder und offenen Landschaften. Nur Mordor hebt sich durch ein kaltes Blau-Grün bedrohlich ab. Der drei Orks in der linken unteren Ecke hätte es da gar nicht mehr bedurft, um zu wissen, wo man sich befindet, aber sie wirken sehr dekorativ, ebenso wie rechts unten die vier Vertreter der Freien Völker. Die Landkarte soll natürlich in erster Linie schön aussehen und nicht dazu dienen, einem Wanderer in Mittelerde den genauen Weg zu weisen. Aus diesem Grund ist sie von einem eigenwilligen “Rahmen” eingefasst., der im oberen Teil das idyllische Auenland zeigt und seitlich rechts Gandalf auf dem Weg nach Minas Tirith. Gegenüber (seitlich links) umfliegen die Nazgûl den riesigen Turm Barad-dûr. Zwergenrunen, diverse “keltische” Zopfmuster, stilisierte Drachen und zwei Schilde im Vordergrund vervollständigen den “Rahmen”. In Howes Gemälden kann man eintauchen, die Stimmung wahrnehmen und immer neue Details finden. Die Karte ist wirklich eine Augenweide.


Aufmachung des Buches
Für die Neuausgabe von 2009 wählte man ein sehr schönes “Outfit”. Zunächst sieht man ein in rotes Leinen gebundenes Buch, das etwas größer ist als eine Postkarte. Der Karton des Einbandes ist wirklich dick und fest! Titel, Autor und Klappentext sind in edlem Gold gedruckt. Das Cover zeigt weiter eine Bergszene mit zwei Wanderern bei wirklich üblem Wetter, eingerahmt von einem schmalen Goldstreifen. Fast unsichtbar, weil in den Karton nur eingeprägt, umgibt ein zweiter Rahmen das Ganze. Dieser erinnert mich an Jugendstil-Design. Öffnet man das Buch, so sieht man gleich die golden ausgeschlagenen Innenseiten. Die Karte selbst steckt zusammengefaltet in einem stabilen Schuber aus Karton. Diese, bestehend aus reißfestem Papier, ist quadratisch und misst 60 x 60 cm. Sie ist farbig bedruckt und leicht glänzend. Leider ist hier nun Schluss mit lustig, sprich „gebundener Ausgabe“. Der Text von Brian Sibley ist eigentlich ein Taschenbuch, das lediglich an die „Vorderseite“ angeklebt wurde. Die angeklebte Seite begann sich schon nach dem ersten Aufschlagen vom Rest zu lösen. Das verwendete Papier fühlt sich weich, aber gleichzeitig auch rau an. Durch den Druck mit „offenen“ Satzenden wirkt das Buch vom Schriftbild her irgendwie billig. Schade, weshalb hat man sich da nicht mehr Mühe gegeben? Die schwarz-weiß Zeichnungen von John Howe, die den Text begleiten, sind natürlich sehr schön und über jeden Zweifel erhaben. Die Übersicht über die Orte in Mittelerde unterscheidet sich durch die Gestaltung der Seiten von den beiden anderen Kapiteln. Das Glossar erscheint als aufgeschlagenes Buch auf einer grauen „antiquierten“ Unterlage und ist daher leicht zu finden.


Fazit
Bei diesem Buch handelt es sich um eine Schmuckausgabe für Sammler und Tolkien-Fans. Auch wenn der Inhalt nicht so viel hermacht, die elegante Gestaltung des Einbandes und die Karte sind ein optischer Genuss und das ist ja die Hauptsache! Um sich allerdings in Mittelerde zurechtzufinden reichen die Karten, die den Ausgaben des Herrn der Ringe üblicherweise beigefügt sind, aus. Trotzdem vergebe ich 4 Sterne, weil es in jedem Bücherregal gut aussieht.


4 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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