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Ich heiße Amber Reynolds. Drei Dinge sollten Sie über mich wissen:

1. Ich liege im Koma.
2. Mein Mann liebt mich nicht mehr.
3. Manchmal lüge ich.

Das ist die Wahrheit, aber nicht die ganze Wahrheit.

 

Manchmal luege ich 

Originaltitel: Sometimes I Lie
Autor: Alice Feeney
Übersetzer: Karen Witthuhn
Verlag: rowohlt
Erschienen: 12/2017
ISBN: 978-3499273117
Seitenzahl: 384 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Amber Reynolds liegt im Koma. Warum, weiß sie nicht genau, nur dass es ein schrecklicher Unfall gewesen sein muss. Sie ist wach und kann alles hören, was um sie herum vorgeht, aber weder etwas sehen noch sich mitteilen. Nach und nach wird ihr klar, dass sie immer noch in Gefahr schwebt, auch wenn sie nicht weiß, von welcher Seite diese droht. Ist es ihr Mann, der ihr etwas antun will?

Ein Psychothriller aus der Sicht einer Komapatientin? Das soll gehen? Ja, das geht, und wie das geht! Alice Feeney ist es gelungen, trotz einer vollkommen handlungsunfähigen Protagonistin keine Sekunde zu langweilen, vielmehr sorgen jede Menge Twists für atemlose Spannung und den absoluten Zwang zum Weiterlesen.


Stil und Sprache
Nachdem die Geschichte zunächst mit Amber beginnt, die erschreckt feststellt, dass sie offenbar im Koma liegt, wechseln die Zeitebenen von Kapitel zu Kapitel. Neben der Gegenwart gibt es einen Handlungsstrang, der die Tage vor Ambers Unfall rekonstruiert und einen, der aus Tagebucheinträgen von vor 25 Jahren besteht. Alle sind in Ich-Form verfasst, so dass man als Leser immer nah dran ist am Geschehen. Vor allem Ambers Schilderungen in der Gegenwart sind ausgesprochen einfühlsam verfasst, so könnte es tatsächlich sein, wenn man im Koma liegt.

Seine Spannung bezieht der Psychothriller zum einen aus Ambers „Beobachtungen“ und der Geschichte, die sie sich zusammenreimt, ohne wirklich zu wissen, was passiert ist, zum anderen aus den Tagen vor dem Unfall, an denen sich das Geschehen spürbar zuspitzt, ebenfalls ohne dass man als Leser auch nur ahnt, worauf alles hinausläuft. Eine besondere Rolle spielen die Tagebucheinträge, aber worum es genau geht, muss sich schon jeder selbst erlesen. Es sei nur erwähnt, dass am Ende alles ganz anders ist, als man sich vorgestellt hat und dass auch erfahrene Thriller-Leser sicher überrascht sein werden.


Figuren
Die Anzahl der handelnden Personen ist recht begrenzt, es gibt neben Amber, von der man nach und nach einige Kennenlernhäppchen bekommt, noch ihren Mann Paul und ihre Schwester Claire. Zu beiden hat Amber ein zwiespältiges Verhältnis und scheint ihnen nicht ganz zu vertrauen. Da Amber die beiden nicht sehen kann, erhält man auch keinen optischen Eindruck von ihnen, was aber auch nicht entscheidend ist, reicht doch für die Spannung Ambers Eindruck vollkommen aus.

Einige weitere Beteiligte tauchen zumindest teilweise nur in anderen Handlungssträngen auf, etwa Taylor, Edward und Madeline. Was es mit ihnen auf sich hat, kann ich an dieser Stelle nicht erzählen, würde es doch viel zu viel über diesen wendungsreichen Thriller verraten.


Aufmachung des Buches
Das Taschenbuch sieht auf den ersten Blick harmlos aus und zeigt auf dem Cover das Gesicht einer jungen Frau, deren Züge nach außen hin verwischt dargestellt sind und vermutlich Amber darstellen sollen. Der Titel ist vor dem ansonsten cremefarbenen Hintergrund in rotem Spotlack und etwas erhaben aufgebracht. Sehr gelungen und passend zum Inhalt.


Fazit
Meine Thriller-Überraschung des Jahres und eine unbedingte Leseempfehlung!


5 Sterne


Hinweise
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