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Zweitausend Jahre lang war Atticus O’Sullivan mit Ausnahme seiner Schülerin Granuaile der einzige Druide auf der Erde – da taucht plötzlich sein verschollener alter Lehrmeister auf. Auch Granuaile hat Ärger mit ihrem Vater: Der Geist eines Hexers hat Besitz von ihm ergriffen.

Erschuettert 

Originaltitel: Shattered
Autor: Kevin Hearne
Übersetzer: Friedrich Mader
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: Juli 2017
ISBN: 978-3-608-96170-6
Seitenzahl: 412 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Plötzlich ist Atticus damit konfrontiert, dass sein Lehrmeister nun sein Schüler ist. Über 2‘000 Jahre saß dieser auf der Zeitinsel fest und muss viel Lernen: Sprache, Umgangsformen und alles über die gesamte neue Zivilisation. Natürlich geht das nicht ohne Reibereien vonstatten, denn Owen, wie er sich nun nennen muss, ist ein grobschlächtiger und griesgrämiger Zeitgenosse. Derweil ist Granuaile auf eigener Mission: Ihr Vater ist von einem Dämon besessen, der Krankheit und Tod verbreitet. Um ihn auszutreiben, muss Granuaile zuerst eine Waffe bei den Yetis im hohen Norden besorgen. Auch keine leichte Aufgabe …

In diesem Band sind die Handlungsstränge stark aufgeteilt und man begleitet immer wieder eine der drei Protagonisten durch die spannenden Ereignisse. Entstanden ist ein temporeicher, packender Fantasyroman, der mitreißt und perfekt unterhalten kann.


Stil und Sprache
Diesmal ist eine kurze Zusammenfassung „Was bisher geschah“ vorangestellt mit den wichtigsten Ereignissen aus den ersten 6 Bänden darin. Eine ausgezeichnete Idee und ein guter Einstieg. Danach sind die Kapitel jeweils einer Figur zugeteilt, was mit einem Bild unter der Nummerierung gekennzeichnet ist. Zwei Hunde für Atticus, zwei Bären für Owen und zwei Pferde für Granuaile. Sie präsentieren jeweils als Ich-Erzähler ihre Sicht der Dinge, die meistens im Alleingang gemeistert werden müssen, aber vereinzelt auch die gleichen Szenen aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Der Überblick ist immer garantiert und auch im Schreibstil selbst ist schon nach wenigen Sätzen klar, wer jeweils am Ruder sitzt. Atticus mit Oberon in der direkten Art mit dem gewohnten sarkastischen Humor in ihren Unterhaltungen, Granuaile eher freundlich sowie zurückhaltend, die ihrer Hündin Orlaith gerade die Sprache näher bringt. Dann ist noch Owens Sichtweise, der mit rüder Sprache und altertümlichen Einsichten meistens schnell die Auseinandersetzung und den Kampf sucht. Ihre Emotionen und Gedanken in Kursivschrift sind ihnen dabei perfekt auf den Leib geschrieben. Auch die Schauplätze sind bildhaft beschrieben, sodass beim Lesen ein gutes Kopfkino entstehen kann.

Für Spannung ist von Beginn weg gesorgt und sie wird in allen Handlungssträngen vorangetrieben. Die Perspektivwechsel an den jeweiligen Stellen sind gut gewählt und entwickeln einen Sog, sodass man immer weiterliest, um die Neugier zu befriedigen. Verschiedene Zusammenstöße und Kämpfe lassen die Spannung regelmäßig in Spitzen steigen. Doch erst als alle drei in einen tödlichen Hinterhalt geraten und die ultimative Schlacht der Feen über sie hineinbricht, ist die Spannung kaum mehr zu überbieten. Hochkarätige Unterhaltung!


Figuren
Atticus muss seinen ehemaligen Lehrmeister in der englischen Sprache und den heutigen Umgangsformen unterweisen. Dabei dauert es jeweils nicht lange, bis entweder Atticus‘ Groll auf den alten Druiden oder Owens Ungeduld und Besserwisserei gegenüber seinem ehemaligen Schüler zu Problemen führt. Allein schon diese Auseinandersetzungen sind ausgezeichnet gelungen und vor allem Atticus hat dadurch noch mehr Substanz erhalten. Owen war mir zu Beginn wenig sympathisch mit seiner grimmigen Art und der Überzeugung, für alles eine bessere Lösung parat zu haben. Dabei muss er aber mit der Zeit einsehen, dass sein ehemaliger Schüler nun sein eigener Lehrmeister ist. Er fühlt sich etwas verloren in der modernen Welt, versteht sich aber ausgezeichnet mit den Wehrwölfen.

Granuaile ist oftmals mit ihrer Hündin Orlaith unterwegs. Sie schlägt erstmals in der Serie ihre eigenen Schlachten und kommt dabei weit herum. Ihre Figur hat mir ebenfalls ausgezeichnet gefallen und ihre Emotionen sind perfekt ausgearbeitet.

Die Nebenfiguren kennt man oftmals aus früheren Bänden. Sie alle sind ihrer Rolle entsprechend überzeugend ausgearbeitet.


Aufmachung des Buches
Auch diesmal zeigt das Cover des Taschenbuches Atticus mit seinem Schwert in der Hand. Der Hintergrund ist in verschiedenen Grüntönen gehalten und man kann neben Ornamenten Bäume und ein wenig Himmel sehen. Ein Teil dieses Hintergrundes ist auf der Rückseite verkleinert am Rande zu sehen. Ansonsten ist auf den schwarzen Hintergrund lediglich die Inhaltsangabe abgedruckt.


Fazit
Ein ausgezeichneter und überaus spannender Band mit gleich drei Protagonisten, die oftmals auf sich alleine gestellt von einer Katastrophe zur nächsten stolpern. Die Spannung in der ultimativen Schlacht am Ende ist kaum mehr zu überbieten und lässt den Leser atemlos, aber äußerst zufrieden zurück. Ich kann daher diesen Band wieder wärmstens empfehlen.


4 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 2: Verhext
Band 3: Gehämmert
Band 4: Getrickst
Band 5: Erwischt
Band 6: Gejagt

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