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Nicole Neubauer kleinAls ich letztens in der Buchhandlung stöberte …

… stieß ich auf der Suche nach einem guten Krimi auf „Kellerkind“. Nicole Neubauer heißt die Autorin? Nie gehört. Ein Fehler, wie sich nach der Lektüre herausstellte, und deshalb möchte ich Euch mit ihr bekannt machen:

Nicole Neubauer ist 1972 in Ingolstadt geboren und studierte englische Literaturwissenschaft und Jura in München und London. Nach zehn Jahren in einer Wirtschaftskanzlei arbeitet sie freiberuflich als Autorin, Rechtsanwältin und Lektorin. Sie ist Mitglied der »Mörderischen Schwestern e.V.« und der »Autorinnenvereinigung e.V.«. Nicole Neubauer lebt mit ihrer Familie in München im Herzen Schwabings. (Quelle: Randomhouse)

Ihr Erstling „Kellerkind“ erschien Anfang 2015, es folgte 2016 „Moorfeuer“ und gerade erschien der dritte Band um Kommissar Waechter: „Scherbennacht“. Nicole Neubauer war außerdem so freundlich, mir ein paar Fragen zu beantworten:

Warum ich ausgerechnet Krimis schreibe:


Ich komme aus einer Krimileserfamilie und bin inmitten von Bücherwänden voller Kriminalromanen aufgewachsen. Mir gefällt am klassischen Ermittlerkrimi die elegante und über ein Jahrhundert gewachsene Form, die beiden entgegengesetzten Erzählstränge, die so viel Raum für Zwischentöne lassen und die Möglichkeit, Charaktere über mehrere Bände zu begleiten. Ermittler können in viele verschiedene Milieus hineinschnuppern und gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen. Ich schreibe gern über die Ränder der Existenz, und das Thema Tod wirft sofort die wirklich großen Fragen auf.


Woher ich meine Ideen für Mordmethoden, Motive und Co. nehme:


Wenn ich das wüsste! Sie kommen einfach. Gerade recherchiere ich fürs über-über-übernächste Buch. Liebe Ideen, Ihr könntet mal Pause machen, hier ist's voll.
Die Handlung geht bei mir immer von den Figuren aus, nicht umgekehrt. Meistens sind es Charaktere, die mir zuerst in den Sinn kommen, und anhand ihrer Persönlichkeit entspinnt sich die Geschichte.


Welcher Romanfigur ich gerne einmal begegnen würde:


Mit Nanny Ogg eine Pfeife rauchen und den Flachmann teilen. Das wär's.


Was ich morgens bei der Arbeit als allererstes mache:


Ich schreibe meine Morgenseiten, das ist ein schöner Übergang in den Schreibtag.


Was ich mache, wenn mir beim Schreiben so gar nichts einfällt:


Gar nicht geht nicht – ich habe ein Motivationsteam mit der großartigen Kollegin Iris Leister und muss jeden Tag mindestens drei Manuskriptseiten abliefern. Manchmal helfen Spaziergänge, Morgenseiten, Klavier spielen oder eine schöne Tasse Kaffee, meinen inneren Kritiker zu überlisten.


Welche Bücher ich mit den Urlaub nehme:


Momentan kaum Kriminalromane. Ich habe nicht nur einen inneren Kritiker, sondern auch einen inneren Lektor, der beim Krimihandwerk immer mitliest. Deswegen lese ich derzeit vor allem Gegenwartsromane oder Phantastik, da kann ich richtig abschalten. Zur Zeit fresse ich mich durch das Werk von Neil Gaiman.


… und welche ich gar nicht mag:


Grausamkeit als Unterhaltungsmoment, Vergewaltigungsliteratur unter dem Deckmantel von Liebesromanen, ideenlose Me-Too-Titel. Alle Bücher, die in platter Sprache geschrieben sind oder bei denen ich das Genre-Strickmuster durchschimmern sehen.


Welches Buch als Kind mein Liebling war:


„Sagen des klassischen Altertums“ und „Asgard“. Seitdem geht bei mir unter episch nichts mehr.


Was Google besser nicht über mich wüsste:


Das weiß Google auch nicht und wird es nie erfahren. Okay … ich habe mal ein Katzenfoto auf Twitter geteilt. Jetzt ist's raus.


Wo ich in 5 Jahren sein möchte:


Ich würde gern auch noch in anderen Genres veröffentlicht haben, einen Preis gewonnen und ein Drehbuch geschrieben haben. Die Spiegel-Bestsellerliste würde ich auch nicht von der Bettkante schubsen. Der ganz normale Größenwahn halt.


Was ich angehenden (Krimi-)Autoren raten würde:

Schaut nicht auf den Markt, sondern schreibt das, was Ihr liebt. Denn Trends gehen so schnell vorbei, dass Ihr sowieso nur noch die Rücklichter seht. Sucht Euch eine Agentur und vernetzt und helft Euch untereinander. Seid ehrgeizig, auch mit Euch selbst. Reißt die Grenzen zwischen U- und E-Literatur ein. Lasst die Frauen im Buch stark und lebendig agieren. Schreibt bunt, ehrlich, laut und innig, lasst die Welt in Eure Bücher eindringen. Dann kann es nur gut werden.

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