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Hauptwachtmeister Holzhammer fühlt sich von Drohnen verfolgt. Ein erschlagener Feriengast verunziert die schöne Aussicht auf den Watzmann. Obendrein wurde die Riesenforelle von St. Bartholomä gestohlen, für Holzhammer ein Frevel sondergleichen. Vor allem: Was will der Dieb mit einem meterlangen ausgestopften Fisch? Doch das ist erst der Anfang einer Serie rätselhafter Einbrüche – zu Berg, zu Tal und sogar im Inneren des Untersbergs. Als sich herausstellt, worum es wirklich geht, mobilisiert Holzhammer sämtliche Kräfte. Trotz eines drohenden Ehekrachs rekrutiert er seinen hochzeitenden Sohn Andi. Und auch Polizeichef Fischer bekommt eine Rolle zugedacht – wie sich herausstellt, die Rolle seines Lebens.

 

Mord am toten Mann 

Autor: Fredrika Gers 
Verlag: rowohlt
Erschienen: 20. Oktober 2017
ISBN: 978-3-499-29153-1
Seitenzahl: 256 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet am Toten Mann ein Mann getötet wird. Doch von wem und aus welchem Grund? Und was hat eine rasierte Tanne mit dem Ganzen zu tun? Holzhammer ist eigentlich gar nicht so wild darauf, diesen Fall zu bearbeiten, vielmehr hängt er sich voller Elan rein, als es darum geht, den Diebstahl der Riesenforelle von St. Bartholomä aufzuklären. Allerdings auch ohne handfeste Ergebnisse. Erst ein Fingerzeig seiner Frau bringt ihn dazu, diverse Diebstähle als Reihe einer Serie zu betrachten, wodurch sich eine vollkommen andere Ausgangssituation ergibt.

In Berchtesgaden ist ordentlich was los, da heißt es nicht nur einen kühlen Kopf, sondern auch den Überblick zu behalten, für Protagonisten wie Leser gleichermaßen. Fredrika Gers sorgt wieder einmal gekonnt für absolute Verwirrung allerseits.


Stil und Sprache
Kaum, dass man die ersten Worte und den inzwischen wohlbekannten Dialekt vernimmt, fühlt man sich sogleich heimisch, auch wenn man vor Ort selbst wahrscheinlich heillos untergehen würde. Nichtsdestotrotz erschafft die Autorin sofort eine bekannte Atmosphäre, die den Leser nicht nur zum Zuschauen, sondern auch zum Mitermitteln einlädt. Schließlich ahnt man bereits im Vorfeld, dass Holzhammer gar nicht an allen Ecken und Enden gleichzeitig sein kann, ob er nun will oder nicht. Auf Grund der beobachtenden Erzählperspektive wird dem Leser ein erweiterter Blick gewährt, was jedoch lange nicht bedeutet, den Durchblick zu haben. Es gibt einige offene Fragen, deren Antworten man im Laufe des Geschehens erwartet, sei es direkt oder auch zwischen den Zeilen.

Für Spannung ist trotz gemäßigterem Tempo reichlich gesorgt, auch wenn man keinen plötzlichen, rapiden Anstieg erwarten darf. Fredrika Gers setzt erneut auf ihr Steckenpferd: Verwirrung stiften. Leichtfüßig und vom Leser unbemerkt setzt sie nicht nur auf verschiedene Handlungsstränge, sondern auch auf zahlreiche Überraschungsmomente. Entsprechend ist Konzentration gefragt, um der Autorin nicht auf den Leim zu gehen, schließlich ist man gewillt die richtige Spur zu finden, um Motiv sowie Täter ausfindig zu machen. Mit dem Ende schlussendlich kann man, auch ohne fulminante Erkenntnisse, durchaus zufrieden sein.


Figuren
Je näher man dem Charakter Holzhammers kommt, desto sympathischer wird der Hauptwachtmeister. Sein Verhalten, vor allem Kollegen gegenüber, kann zwar manches Mal immer noch als recht grob ausgelegt werden, eine gewisse Sensibilisierung ist aber deutlich spürbar. Seine Mentalität bringt ihn mitunter in beklemmende Situationen, die durchaus zeitweise einen humoristischen Charme besitzen, und doch schafft er es immer wieder ohne großartige Blessuren auf die Füße. Eine starke Entwicklung, die nach wie vor Potential bietet, um weiter ausgebaut zu werden.

Viele der agierenden Personen sind dem geneigten Leser bereits bekannt, so dass man voller Vorfreude ob neuer Erkenntnisse bezüglich diverser Figuren ist. Emotionale Bindungen können so ausgeweitet und gefestigt werden, auch wenn man sich bewusst darüber ist, dass es sich um fiktive Charaktere handelt. Auch Protagonisten, die hauptsächlich für den vorliegenden Band von Bedeutung sind, werden detailliert dargestellt, um sogleich eine gewisse Präsenz zu erlangen, schließlich kann man nie wissen, welche Person im weiteren Verlauf noch wichtig sein wird.


Aufmachung des Buches
Schneebedeckte Gipfel und ein bewaldeter Hang im Hintergrund werden auf dem Cover des Taschenbuch aus dem rowohlt-Verlag von einem großen Hinweisschild bedeckt, welches den Buchtitel ziert. Etwas oberhalb befindet sich ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der vermutlich ein ganz bestimmtes Ziel im Visier hat. Hier gibt es eine direkte Verbindung zum Inhalt, die aber natürlich erst nach der Lektüre deutlich wird. Auch wenn sich dieses Mal kein Hinweis auf Holzhammer auf dem Cover findet, so lässt sich der Reihencharakter dennoch sofort ableiten.


Fazit
Verwicklungen der etwas anderen Art und diverse Handlungsstränge, keine leichte Aufgabe für Hauptwachtmeister Holzhammer. Doch meistert er auch diese Hürde und beschert dem Leser so einige vergnügliche wie spannende Lesestunden.


4 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Die Holzhammer-Methode
Band 2: Teufelshorn
Band 3: Gut getroffen
Band 4: Frühjahrsputz

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