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Er darf alles, nur eins ist ihm bei Todesqualen verboten: die Wahrheit zu sagen. Gideon ist der sechste Herr der Unterwelt, und in ihm haust der Dämon der Lüge. Und so wie er selbst Wahres nicht benennen darf, so erkennt er bei anderen sofort die Lüge. Bis er auf Scarlet trifft, eine ebenfalls unsterbliche Seele. Sie behauptet, seine Frau zu sein: der Mensch, den er einst geheiratet und leidenschaftlich geliebt hat. Doch so wenig Gideon sich erinnern kann, so wenig deutet darauf hin, dass Scarlet lügt. Im Gegenteil: In ihrer Gegenwart flammt in Gideon ein längst vergessenes Verlangen neu auf. Doch er darf ihm nicht nachgeben, denn damit würde er Scarlet in tödliche Gefahr bringen …

 

Schwarze Luegen 

Originaltitel: The Darkest Lie - Lords of the Underworld 6
Autor: Gena Showalter
Übersetzer: Maike Müller
Verlag: Mira Taschenbuch
Erschienen: November 2011
ISBN: 978-3-89941-959-7
Seitenzahl: 464 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Die mysteriöse Gefangene im Burgverlies der Herren der Unterwelt fasziniert Gideon ungemein, zumal Scarlet behauptet, seine Ehefrau zu sein. Kurzerhand entführt er sie, um das Geheimnis ihrer gemeinsamen Vergangenheit zu lösen, denn Gideon erinnert sich überhaupt nicht an die schöne Frau! Doch schon kurze Zeit später sind ihnen nicht nur die Jäger auf den Versen, sie werden vom Götterehepaar Cronus und Rhea in Intrigen verwickelt, die sie fast zerbrechen lassen …

Der Band enthält nicht nur die Geschichte von Gideon und Scarlet, sondern führt die Handlung an sich stetig weiter. Die Herren teilen sich auf und kämpfen an verschiedenen Fronten und Schauplätzen, was für sehr viel Spannung und Abwechslung sorgt. Die Umsetzung ist hervorragend gelungen.


Stil und Sprache
Auch dieser Band fügt sich nahtlos an den Vorgänger an und ich denke, dass man mittlerweile nicht mehr bei einem aktuellen Band in die Serie einsteigen kann. Der Überblick ist leicht, sofern man die vorherigen Bände gelesen hat, am besten vor nicht allzu langer Zeit, ansonsten dürfte man eventuell Probleme haben, denn die Einschübe und eingebauten Erinnerungsfetzen sind sehr knapp.

Die Welt rund um die Herren der Unterwelt wird auch immer dramatischer. Auf vielen Ebenen werden sie angegriffen, Misstrauen und Verrat sind alltäglich und die Feinde schier endlos. Diesmal führen mehrere Figuren in der dritten Person durch die Handlung, die in verschiedene Stränge aufgeteilt ist. Sie wechseln sich regelmäßig ab und erzeugen schon dadurch viel Spannung und eine enorme Sogwirkung, weil man bangt und wissen will, wie sie die fast aussichtslosen Missionen meistern werden. Dazwischen ist eine heiße Liebesgeschichte eingebaut, die vermehrt auch ausgiebige erotische Szenen beinhaltet. Die Dialoge mit Gideon sind dabei manchmal zum Schmunzeln und Lachen, weil er nie die Wahrheit sagen kann. Die Autorin hat es hier ausgezeichnet verstanden, die Sätze eben nicht ständig mit dem Wort „nicht“ auszuarbeiten, sondern mit gegenteiligen Worten zu umschreiben. So nennt Gideon seine Liebste „Teufel“. Der Schreibstil bleibt dabei flüssig, transportiert die Emotionen perfekt und lässt die Schauplätze bildhaft vor dem Leserauge entstehen.

Die Spannung steigt an verschiedenen Schauplätzen zu regelmäßigen Spitzen. Die spannenden Kämpfe und verbalen Auseinandersetzungen sind variantenreich mit überraschenden Wendungen, denn es wird auf der Erde, in der Hölle und im Himmel gekämpft. Einzig der finale Showdown gegen Ende des Buches hebt sich nicht besonders von den anderen Kämpfen ab.


Figuren
Gideon hat in den bisherigen Bänden schon viel gelitten, besonders die kürzliche Gefangenschaft und Folter stecken ihm noch in den Knochen. Diesmal geht es ihm emotional an den Kragen, denn er kann sich weder an seine Frau noch an seinen Sohn erinnern. Scarlet berührt ihn auf eine ganz besondere Weise und so muss Gideon das Geheimnis unbedingt lösen. Mit fatalen Folgen …

Scarlet trägt den Dämon Albtraum in sich und erkennt in jedem sofort seine Schwächen und Ängste. Ihr Hass auf Gideon, der sie schmählich im Gefängnis von Tartarus im Stich gelassen hat, ist riesig. Und doch verfällt sie ihm wieder beinahe mit Haut und Haar. Ihre Entwicklung ist zwar enorm, aber absolut glaubwürdig. Man leidet mit ihr mit und trotzt ihrer Düsternis ist sie eine sympathische Protagonistin.

Die Nebenfiguren kennt der geneigte Leser mittlerweile schon sehr gut und trotzdem gibt es immer wieder neue Facetten zu erkennen. Amun, Aeron und William begleitet man auf einem Himmelfahrtskommando in die Hölle und Strider wird von Jägern verfolgt. So bleibt es auch bei den Nebenfiguren spannend.


Aufmachung des Buches
Das dunkle Cover des Taschenbuches ist in Natura düsterer als auf dem Verlagsbild. Es wird von einem Mann dominiert, der vor dem hellen Vollmond in sich gekauert zu Boden schaut. Sein Schmetterlingstattoo ist auf der Schulter großflächig zu sehen. Wie gewohnt sind die Schriftzüge mit einer dezenten Lackschicht versehen. Auch die Rückseite ist im bekannten Muster gestaltet, wo die Inhaltsangabe auf schwarzem Hintergrund zu sehen ist.

Im Buchinnern wendet sich die Autorin zuerst an die Leser, danach folgt eine ausgefallene Widmung, die in Gideons Sprache der Lügen abgefasst ist und zum ersten Schmunzeln führt. Praktisch ist der Glossar und Namensregister, der am Ende des Buches eingefügt ist.


Fazit
Die Handlung um die Herren der Unterwelt wird zügig weitergeführt. Der Zwang von Gideon, immer Lügen zu müssen, bringt in der spannenden Handlung auch einige Lacher in der überzeugenden Liebesgeschichte. Von mir ganz klar eine Leseempfehlung.


4 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Schwarze Nacht
Band 2: Schwarzer Kuss
Band 3: Schwarze Lust
Band 4: Schwarzes Flüstern
Band 5: Schwarze Leidenschaft

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