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Macht ist für George „Doc“ Walker mehr als nur ein Wort. Als Mafia-Boss hält er die Kontrolle über ganz London in den Händen. Die Begegnung mit dem Prostituierten Sinclair Stevenson erscheint ihm dabei zunächst nur wie ein neues, reizvolles Spiel, um seine dominant-sadistischen Neigungen auszuleben. Doch bald kann er nicht mehr von Sinclair lassen und holt ihn aus dem Bordell zu sich nach Hause. Das gemeinsame Zusammenleben wird jedoch für beide Männer zur Herausforderung, denn Sinclair testet mit seinem losen Mundwerk ungewollt immer wieder die Grenzen von Georges Geduld aus. Gleichzeitig setzt Sinclair alles daran, seine wahre Identität vor George geheim zu halten.

Als Sinclairs Vergangenheit die beiden schließlich einholt und ein neuer, unsichtbarer Gegner auf den Plan tritt, muss George erkennen, dass zwischen Macht und Ohnmacht manchmal nur ein gefährlich schmaler Grat existiert.

 

Versuchung 

Autor: J.L. Carlton 
Verlag: Deadsoft
Erschienen: August 2017
ISBN: 978-3960891260
Seitenzahl: 618 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Die obenstehende Verlagszusammenfassung vermittelt einen guten ersten Eindruck von „Versuchung“, dem ersten Band der zweibändigen „Macht und Ohnmacht“-Reihe von J.L. Carlton. Ihre homoerotische Geschichte spielt im Mafiamilieu des modernen Londons und hat deutlich mehr als „nur“ BDSM zu bieten. Neben einer berührenden Liebesgeschichte und vielen heißen Szenen hat die Autorin auch eine spannende Intrige eingeflochten, die im ersten Band erst langsam ihren Anfang nimmt. So sollte man den zweiten Band am besten auch schon bereitlegen, denn das Ende ist keineswegs abgeschlossen und man will nach der letzten Seite direkt weiterlesen.


Stil und Sprache
Ein kurzer Prolog eröffnet das Buch und ist genretypisch voller Andeutungen und Fragen. Die eigentliche Handlung setzt dann zwanzig Jahre später unmittelbar vor dem ersten Treffen von George und Sinclair ein. Sie wird in der dritten Person erzählt und im ersten Band von den Perspektiven der beiden Protagonisten dominiert. Die Mafia-Zusammenhänge treten dabei anfangs noch in den Hintergrund, denn die erste Hälfte des Romans wird vom Kennenlernen der beiden dominiert. Dabei geben kurze Rückblicke immer mehr von der Vergangenheit preis ohne die Haupthandlung störend zu unterbrechen. Die Intensität zwischen George und Sinclair sorgt von Beginn an dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und ich hätte die 618 Seiten am liebstem am Stück gelesen.

Auch die Erotik kommt absolut nicht zu kurz. Die Sexszenen sind von Beginn an zahlreich, werden aber erfreulicherweise nicht eintönig oder langweilig. Das liegt daran, dass J.L. Carlton sich ständig neue Techniken für ihre Charaktere einfallen lässt ohne dabei bemüht zu wirken. Erfreulicherweise verzichtet sie auf zu blumige, klischeebehaftete Beschreibungen und auch die krampfhaft harte Ausdrucksweite vergleichbarer Romane sucht man hier zum Glück vergebens. Stattdessen findet sie den richtigen Ton und auch abseits der erotischen Kapitel überzeugt ihr Schreibstil.


Figuren
George Walker ist einer der führenden Mafia-Bosse in London und hat entsprechend absolut keine Zeit für eine Beziehung. So sucht er eigentlich nur ein wenig Ablenkung und Befriedigung als er im Bordell auf Sinclair trifft. Dominanz, Kontrolle und Macht sind zu Beginn dabei die ersten Worte, die man mit „Doc“ Walker verbindet. Doch nach und nach lernt man als Leser auch eine ganz andere Seite an ihm kennen und beginnt zu ahnen, was hinter seinem teils betont abweisendem Verhalten steckt.

Sinclair hatte es im Leben bisher keineswegs einfach. Trotz seiner überragenden Intelligenz ist er auf der Straße gelandet und seine Erfahrungen haben ihn misstrauisch gegenüber jeglicher Gunst werden lassen. Es ist faszinierend zu sehen, wie sein Selbstvertrauen sich im Laufe des Buches wieder aufbaut und wie er doch immer wieder in alte Muster verfällt. Das Zusammenspiel von ihm und George ist das Highlight des Buches, denn von Beginn an geht es heiß her und die Anziehung ist spürbar, auch abseits der sexuellen Komponente. Beide Figuren zeigen eine deutlich Wandlung im Laufe des Romans und noch viel Potential für den zweiten Band.

Die Nebenfiguren haben mir auch gut gefallen, sie bleiben aber über weite Strecken im Hintergrund. Der Fokus liegt auf Sinclair und George und erst in der zweiten Hälfte treten mehr Nebenfiguren auf. Besonders gut hat mir dabei Phil, der engste Vertraute von George, gefallen.


Aufmachung des Buches
„Versuchung“ ist als großformatiges Taschenbuch erschienen. Dem Covermotiv sieht man das Genre direkt an, denn es wird von einem muskulösen, halbnackten Mann dominiert und im Hintergrund ist SM-Spielzeug auf einem blauen Laken arrangiert. Mir gefällt der Farbton sehr gut, zumal es einen Zusammenhang zur Handlung im zweiten Band gibt. In Summe ist das Cover für mich gelungen, wenn auch recht klischeehaft.


Fazit
Die faszinierenden Protagonisten, die spannende Handlung und der ausgezeichnete Schreibstil sorgen dafür, dass man „Versuchung“ kaum aus der Hand legen kann. So kann ich J.L. Carltons Debütwerk jedem Fan homoerotischer Geschichten wärmstens ans Herz legen, aber auch alle anderen Leseratten sollten ruhig mal einen Blick riskieren.


5 Sterne


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