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Eine durchtanzte Nacht im Berghain. Eine junge Frau. Zuckende Lichter, hämmernde Rhythmen. Dann der totale Blackout. Am nächsten Morgen: Ein ermordeter Taxifahrer. Auf seinem Handy Bilder von nackten Frauenbrüsten. Sie hat noch immer keine Erinnerung. Aber eines der Fotos zeigt ihren Busen. Noch ahnt niemand, dass sie das Opfer viel besser kannte, als alle denken. Doch als die Kripo ihre Fingerabdruck am Tatort findet, weiß sie, dass sie nur eine einzige Chance hat: Sie muss in ihre eigene Dunkelheit abtauchen ...

 

Verdacht 

Autor: Eva & Philipp Ehley 
Verlag: Fischer
Erschienen: 21. September 2017
ISBN: 978-3-596-29681-1
Seitenzahl: 368 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Als Laya nach einer durchtanzten Nacht ohne Erinnerung und verletzt am Straßenrand aufwacht, beginnt für sie ein wahrer Albtraum. In derselben Nacht geschah ein Mord, die Kripo findet im Zuge der Ermittlungen heraus, dass Laya sich vor gar nicht allzu langer Zeit im Taxi des Opfers aufgehalten haben muss. Trotz der fehlenden Erinnerungen ist Laya sicher, die Tat nicht begangen zu haben, doch wie soll sie dies beweisen, wo die Ermittler sich auf sie eingeschossen haben? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, und Laya muss zurück an Orte, die ihr das Grauen zeigen ...

Mit „Verdacht“ und ihrem Sohn Philipp zeigt Eva Ehley eine etwas andere, dunklere Seite ihrer Schreibkunst, die durchaus zu überzeugen weiß und den Leser mit einem ungewöhnlichen Plot in den Bann zieht.


Stil und Sprache
Während des Prologs erhält der Leser einen ersten kurzen Einblick in die verwirrenden Gedankengänge, die Laya quälen, als sie ohne Orientierung auf der Straße erwacht. Sogleich ergibt sich der Impuls, selbst Nachforschungen anzustellen, wie es zu der Situation kommen konnte und was sonst womöglich noch geschehen ist. Allerdings wird man kurz darauf zunächst in der Zeit um ein paar Stunden zurückgeworfen, um zumindest bereits einen Teil des Abends rekonstruieren zu können und Laya als Person ein wenig kennenzulernen. Als im weiteren Verlauf klar wird, welche schreckliche Tat sich in derselben Nacht ereignete, läuft das Lesergehirn auf Hochtouren. Denn zumindest eins ist von Anfang an klar: Nichts ist so wie es scheint.

Erzählt wird aus der beobachtenden Perspektive, so dass der Leser einen Rundumblick erhält, bei dem aber sofort deutlich wird, dass nur gezielt ausgewählte Informationen nach außen dringen. Es wird innerhalb des Geschehens einige Geheimnisse und Überraschungen aufzudecken geben, die nicht nur Layas Weltbild, sondern alle bisher aufgebauten Theorien erschüttern können. Entsprechend hoch ist das Spannungsniveau, welches sich kontinuierlich aufbaut, ohne über die Distanz hinweg Schwächen zu zeigen. Über den Abschluss lässt sich streiten. Manch einer wird vollkommen überrumpelt sein, andere konnten die Situation schon vorhersehen, nichtsdestotrotz gelingt ein noch immer temporeiches Ende.


Figuren
Trotz der beobachtenden Perspektive ist ganz klar Laya die Hauptperson. Auf Grund der fehlenden Erinnerungen geht der Leser mit ihr gemeinsam auf Spurensuche, und kann dabei möglicherweise nicht nur die Lücken füllen, sondern auch einiges über ihre Figur als solches erfahren. Dadurch baut sich schnell eine emotionale Verbindung auf, die deutlich stärker ist als bei den weiteren Protagonisten, selbst wenn sie ebenfalls in dieser Häufigkeit auftreten wie Laya. Man hat das Gefühl gewissermaßen für sie verantwortlich zu sein, allen Beweisen zum Trotz hält man sie stets für unschuldig.

Wie bereits angedeutet fehlt bei sämtlichen anderen Personen diese besondere Verbindung, dennoch kann man sich auch hier weitestgehend ein Bild machen. Zumindest insoweit es zugelassen wird, man bedenke die gezielt gestreuten Informationen. Zwar versucht man auch hier frühzeitig zu ergründen, wer hinter welcher Fassade steckt, doch ist das Unterfangen gar nicht so leicht, weshalb der Leser versucht ein wenig Distanz zu wahren, um nicht im Nachhinein enttäuscht zu werden.


Aufmachung des Buches
Betrachtet man das Cover des Taschenbuchs aus dem Fischer Verlag, so hat man sogleich das Gefühl, dass hier die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit, vielleicht sogar im heutigen Berlin, dargestellt wird. Andererseits kann das verschwommene Bild aber auch auf die Erinnerungslücken Layas hindeuten, da sie keine klaren Strukturen der Nacht mehr heraufbeschwören kann. In die dargestellte Szene lässt sich vermutlich noch vieles mehr hineininterpretieren, Fakt ist aber, dass jeder Betrachter sofort einen bestimmten Gedanken im Kopf haben wird, der dazu führt, das Buch in die Hand zu nehmen und die Neugierde siegen zu lassen.


Fazit
Eva und Philipp Ehley ist mit „Verdacht“ ein rasanter Krimi gelungen, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und gleichzeitig mit psychologischen Elementen arbeitet, die sämtliche Gedanken durcheinander bringen. Gerne mehr von dem Duo.


4 5 Sterne


Hinweise
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