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VORSICHT!
Öffnen auf eigene Gefahr

Ihr Postbote bittet Sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Einen Nachbarn, dessen Namen Sie noch nie gehört haben. Obwohl Sie schon seit Jahren in Ihrer kleinen Straße wohnen.
„Was kann schon passieren?“ denken Sie sich.

Und lassen damit den Albtraum in ihr Haus … 

 

Das Paket 

Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
Erschienen: Oktober 2016
ISBN: 978-3-426-19920-6
Seitenzahl: 362 Seiten


Die Grundidee der Handlung
Verstörende Besuche eines Geists aus dem Kinderzimmerschrank führen dazu, dass Emma bereits in jungen Jahren in Kontakt mit angewandter Psychologie gerät. In ihrer Kindheit war sie Patientin in Therapie, heute engagiert sie sich gegen psychiatrische Fehldiagnosen der Halbgötter in Weiß und hält nunmehr als Dr. Stein eine Gastrede beim jährlichen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie in Berlin. Soweit, so gut. Doch die folgende Nacht stellt ihr Leben auf den Kopf. Emma wird in ihrem, offiziell nicht existenten, Hotelzimmer überfallen, vergewaltigt und geschoren. Der Verdacht fällt auf den Serienkiller, der gemeinhin „Friseur“ genannt wird. Den Angriff überlebt, aber emotional stark gezeichnet, verkriecht sie sich in ihrem kleinen Haus, fast eine Festung, am Ende der Sackgasse im Grunewald. Bis der Postbote klingelt und ein Paket für ihren Nachbarn, A. Palandt, hinterlässt. Ein Nachbar, der ihr unbekannt ist. Ein Fremder, der genauso gut der „Friseur“ sein könnte …

Deutschlands bester Autor von Psychothrillern zeigt einmal mehr, wie man mit Hilfe eines spannenden Pageturners zum unablässigen Lesen bewegt.


Stil und Sprache
Seit zehn Jahren unterhält Sebastian Fitzek seine treue Leserschaft mit Spannung, Spekulationen und Nervenkitzel. „Das Paket“ krönt nunmehr die Erfolgsgeschichte des Berliner Autors, parallel zur großen, multimedialen Soundtrack-Jubiläumsshow.

Schon im Prolog zeigt sich, dass er zweifelsohne sein Handwerk versteht. In Nullkommanichts gerät man in den Bann der Geschichte und folgt ihr mit Fragezeichen hinter der Stirn. Auch Jahre später spielen die eingangs erwähnten Ereignisse eine Rolle. Oder handelt es sich doch nur um ein Hirngespinst einer gestörten Persönlichkeit? Zwischen verschiedenen Handlungssträngen und kleinen Highlights um Nebenfiguren, in Vergangenheit oder Gegenwart erzählt, verliert der Leser schnell das Gefühl für Zeit und Raum, Realität oder Einbildung. Und genau das macht einen gelungenen Psychothriller aus! Fünfundfünfzig Kapitel in dritter Person Singular aus Sicht der weiblichen Hauptfigur führen an der Nase herum und laden gleichwohl zum ausgiebigen Miträtseln ein. Lediglich kleinere Logikschwächen trüben das Gesamtergebnis. Alles in allem aber einmal mehr gelungene Unterhaltung, nicht nur für Fitzek-Fans!


Figuren
Im Zentrum des Geschehens steht Emma Stein, die vor allem aus psychologischer Sicht eine wahre Achterbahn der Emotionen erlebt und dem Leser aus erster Hand vermittelt. Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart lassen sie nicht immer sinnvoll entscheiden, auch wenn sie es aufgrund ihres Berufes besser wissen sollte. Zwischen Wahn und Wirklichkeit, Panik und Paranoia taumelt die junge Frau aus Furcht vor dem „Friseur“ in einem begrenzten Umfeld von einem Extrem ins nächste. Schlussendlich könnte jede Nebenfigur Verursacher ihrer Probleme sein. Ihr eigener Ehemann Philipp, leitender Ermittler beim BKA, sein bester Freund und Partner Jorgo, der obendrein Interesse an Emma hegt, Professor Konrad Luft, Advocatus Diaboli und ebenso wie Sylvia Bergmann Vertrauensperson der Psychiaterin, Postbote Salim Yüzgec oder der ominöse A. Palandt, Empfänger des titelgebenden Pakets und obendrein in jungen Jahren als Schlangenmensch Daddy Longbein bekannt.

Wem soll Emma trauen? Wem soll der Leser Glauben schenken? Interessante Charaktere hüten natürlich ihre Geheimnisse …


Aufmachung des Buches
„Das Paket“ erscheint in Steifbroschur im Knaur Verlag in zweierlei Ausstattung. Die vorliegende Erstauflage ist ein Highlight, das einem Jubiläum und nicht zuletzt dem Romantitel wahrlich gerecht wird. Die limitierte Sonderausstattung besteht aus einer Umverpackung aus bedruckter Wellpappe, die es - wie bei einem echten Paket - zu öffnen gilt. Das Buch selbst ist ebenfalls optisch einem Paket nachempfunden. Die Umsetzung hätte besser nicht sein können!

Anlässlich zehn Jahre Fitzek sind am Ende des Buches diverse Zuschriften verschiedener Leser abgedruckt, die ihren Bezug zum Autor oder seinen Buchtiteln verdeutlichen. Eine nette Idee.


Fazit
„Das Paket“ krönt nicht nur optisch ein ganzes Jahrzehnt spannender Wortkunst, es bewegt auch die Spannungskurve steil bergauf. Sebastian Fitzek nutzt alles, was einen guten Psychothriller ausmacht: Er streut Hinweise, birgt Geheimnisse und springt zwischen Zeiten und Handlungssträngen hin und her, dass dem Leser angst und bange wird. Den Rest erledigen Charaktere, die allesamt für Spekulationen prädestiniert sind. Pakete annehmen mag man nach der Lektüre allerdings nicht mehr.


4 5 Sterne


Hinweise
Dieses Buch kaufen bei: amazon.de oder deinem Buchhändler vor Ort

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