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"Bind it Yourself" ist eine Einführung in die faszinierende Kunst des Buchbindens. Mit zahlreichen Fotos und verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird gezeigt, mit welchen Methoden und Tricks aus Papier und Karton ganz einfach selbst gebundene Büchlein, Notizhefte, Leporellos und viele weitere kreative Dinge hergestellt werden können. Jedes Kapitel stellt eine eigene Bindeart vor, und im letzten Kapitel lernen Sie, wie Sie Ihren selbst gemachten Büchern mit einem schönen Einband den letzte Schliff verpassen. Ob einfach gefalzt, mit Faden gebunden oder mit Gummibändern befestigt: Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

Bind it yourself 

Originaltitel: Bind it yourself
Herausgeberin: Sylvie Estrada
Übersetzer: Birgit Lamerz-Beckschäfer
Verlag: Haupt
Erschienen: 07.03.2016
ISBN: 978-3-258-60142-7
Seitenzahl: 108 Seiten

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Umsetzung, Verständnis und Zielgruppe

Die Kurzbeschreibung auf der Buchrückseite ist vielversprechend, doch schon beim Lesen der Anleitung zu einem einfachen Büchlein mit Drahtheftung hatte ich eine Befürchtung, die ich beim Nacharbeiten schon bald bestätigt sah: Wenn mehrere Blatt Papier für die Innenseiten ineinander gesteckt werden, schieben sich die innenliegenden immer weiter raus. Wenn ich nun ein Cover in der gleichen Größe wie die Innenseiten zuschneide - wie es laut Anleitung der Fall ist - ragen die Innenseiten fächerartig über das Cover hinaus. Das sieht alles andere als schön, geschweige denn gekonnt aus. Die Innenseiten müssten mit einem scharfen Messer zunächst auf eine einheitliche Breite gekürzt werden, um einen sauberen Abschluss und ein gelungenes Büchlein zu erhalten. Dieser Aspekt wird jedoch bei keinem der Projekte mit dieser Art der Innenseiten berücksichtigt, wie nicht selten sogar auf den Fotos im Buch zu erkennen ist.

Die Arbeitsschritte sind entsprechend der begleitenden und mit hilfreichen Pfeilen versehenen Farbfotos durchnummeriert, sodass man diesen grundsätzlich gut folgen kann. Anfänger dürften dennoch auf Schwierigkeiten stoßen, denn Maßangaben sucht man in diesem Buch vergeblich. Da heißt es dann lediglich: "Mit Lineal und Cutter die Innenblätter und den Einband zuschneiden" (Seite 36). Zwar kann jeder sein eigenes, gewünschtes Maß verwenden, doch insbesondere Anfänger - und an diese ist das Buch in erster Linie gerichtet - fühlen sich sicherer, wenn sie sich an exakten Angaben entlang hangeln können, bevor sie sich daran machen, mit den Maßen zu experimentieren. Hinzu kommt, dass einige Schritte nur angerissen werden, wie beispielsweise auf Seite 67, wo es heißt: "Eine persönliche Note bekommt Ihr Block auch durch Eckenschützer aus Metall" - wie man diese befestigt wird jedoch nicht erläutert. Missverständliche Beschreibungen tun ihr Übriges dazu, das Buch wenig hilfreich zu machen: "Mit Cutter und Lineal mehrere Bogen dünnes Papier und für den Umschlag in der selben Größe ein Stück Pappe zuschneiden. Die dünnen Papierbögen in drei Teile unterteilen" (Seite 18) - damit ist jedoch nicht gemeint, die Papierbögen zu dritteln, sondern auf drei gleichhohe Stapel aufzuteilen. Mit Blick auf das zugehörige Foto wird das zwar deutlich, dennoch ist der Text selbst unglücklich gewählt.

Manche Ideen sind außergewöhnlich und machen durchaus was her - wie die Bindung mit Gummiband und Büroklammer -, doch es fällt auf, dass immer wieder unsauber gearbeitet wurde. So ist die Pappe beim Buchdeckel aus Karton nicht sauber mit dem Stoff bezogen, denn es scheint deutlich eine der vier Ecken heraus, und bei der koptischen Bindung wurde die Markierung für die Löcher falsch gesetzt. Alles in allem kann das Buch - besonders für die angesprochene Zielgruppe - nicht überzeugen.


Aufmachung des Buches
Das Buch ist im Haupt-Verlag erschienen. Was als erstes auffällt ist die - gerade von der Farbwahl her - eher altbackene Gestaltung. Das Schriftbild ist im Vorwort, Inhaltsverzeichnis und bei den Titeln arg groß gewählt und durch die durchgehenden Großbuchstaben fühlt man sich ggfs. "angeschrien". Die Schrift bei den Anleitungen selbst ist normalgroß, in Bezug auf die benötigten Materialien und Werkzeuge sogar schon arg klein. Jedes Kapitel hat eine eigene "Grundfarbe", die sich bei der Papierwahl der darin enthaltenen Projekte wiederspiegelt. Allerdings sind die Farben meist sehr kontrastarm gewählt, was die unmoderne Aufmachung noch unterstreicht.


Fazit
Das Buch enthält nette Ideen, die Umsetzung ist jedoch fehlerhaft, unsauber und teilweise missverständlich. Ein - insbesondere für Anfänger auf dem Gebiet - nicht zu empfehlendes Buch zum Thema Buchbinden.


1 Stern


Hinweise
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