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Frieda Klein ist froh: Endlich hat sie alle Altlasten abgeschüttelt und kann sich ihren Patienten, Freunden und Hobbys zuwenden. Doch der Schein trügt, und schon bald wird sie in den Fall Hannah Docherty verwickelt. Die über Dreißigjährige soll im Mai 2001 ihre Familie ermordet haben. Seitdem fristet sie ihr Leben in einer psychiatrischen Klinik. Frieda ist aber von Hannahs Unschuld überzeugt und setzt alles daran, den Fall neu aufzurollen … Und sie hat noch andere Sorgen – Dean Reeve, ihr alter Feind und obskurer Beschützer, ist wieder aufgetaucht. Ein packender Thriller um die langen Schatten der Vergangenheit …

 

Boeser Samstag 

Originaltitel: Saturday Requiem
Autor: Nicci French
Übersetzer: Birgit Moosmüller
Verlag: C. Bertelsmann
Erschienen: 31. Oktober 2016
ISBN: 978-3-570-10228-2
Seitenzahl: 480 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Eigentlich hatte Frieda Klein sich geschworen, sich nicht mehr in irgendwelche Fälle hineinziehen zu lassen, die früher oder später zur Bedrohung werden. Doch gleichzeitig steht sie zu ihrem Wort, und wenn jemand noch einen Gefallen einfordern darf, so fügt sie sich ohne zu murren. Das führt nun allerdings dazu, dass sie plötzlich doch wieder mittendrin ist. Frieda sollte sich Hannah nur einmal anschauen, der vorgeworfen wird, vor 15 Jahren ihre Familie ermordet zu haben. Die Psychotherapeutin in ihr kann jedoch nicht anders, sie ist von jetzt auf gleich angetan, denn sie glaubt nicht, dass die junge Frau die Tat wirklich begangen hat. Schon bald zeigt sich, dass Frieda sich mal wieder mit Gegnern angelegt hat, die keine Gnade kennen...

Auch wenn es kurzzeitig so aussieht als würde Friedas Leben ein wenig zur Ruhe kommen, Alltag einkehren, so zeigt sich schon bald, dass es sich maximal um eine kleine Verschnaufpause handelt. Das Autorenduo hat mit seiner Protagonistin noch einiges vor und hält somit nicht nur sie, sondern auch den Leser zweifelsohne in Atem.


Stil und Sprache
Im sechsten Band der Reihe steht ein Fall im Mittelpunkt, der Frieda Klein auf eine Art und Weise fasziniert, dass sie sich doch wieder dazu hinreißen lässt, mehr oder minder legale Wege einzuschlagen, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Dem Leser hilft die beobachtende Perspektive hier besonders, da man einerseits an Friedas Seite bleiben, andererseits aber auch in die psychiatrische Einrichtung schauen kann, wenn sie gerade nicht zugegen ist. Diese Einschübe helfen besonders dabei, sich ein Bild von den Gegebenheiten innerhalb der Klinik zu machen, die in weiten Teilen überhaupt nicht nach außen dringen, für den Fall aber durchaus von Bedeutung sein können.

Nicci French gelingt es erneut - mit Hilfe eines eingängigen, flüssigen Schreibstils - den Leser schnell in den Bann zu ziehen. Fast schon subtil platzierte Andeutungen locken nicht nur Protagonistin Frieda Klein in die Falle. Man muss einfach wissen, wie es weiter geht, denn schon früh ist man davon überzeugt, dass das Ausmaß der damaligen Tat weitaus größer war als zunächst angenommen. Wurde tatsächlich nur schlampig ermittelt oder sollte konkret etwas unter den Teppich gekehrt werden? Während man sich aufmacht, um diese und andere Fragen zu ergründen, braut sich etwas zusammen, das nur darauf wartet auszubrechen.

Gekonnt spielt das Autorenduo mit der Spannungsentwicklung, nimmt sie mal zurück, wiegt den Leser somit in Sicherheit, nur um schließlich wieder vollends zuzuschlagen. Des Weiteren darf und muss man sich auf einige Überraschungen gefasst machen, die einem möglicherweise nicht immer gefallen, die aber doch bei genauerer Betrachtung absolut einleuchtend erscheinen.


Figuren
Der Fokus richtet sich dieses Mal mehr auf die Figur Hannah, die Frieda im gesamten Verlauf eingehend zu ergründen versucht. Dabei lernt sie nicht nur einiges über die junge Frau, sondern auch über sich selbst. Allerdings vollführt sich Friedas Entwicklung in diesem Fall in geringerem Maße als zuletzt, auch wird ein noch tieferer Einblick in ihre Psyche vermieden. Nichtsdestotrotz hat man nach wie vor das Gefühl, ihr näher zu sein als noch zu Beginn der Reihe, vermutlich handelt es sich auch dahingehend nur um eine kurze Auszeit, schließlich werden noch weitere Bände folgen, in denen noch einiges zu erwarten bleibt.

Die Nebencharaktere in diesem sechsten Band sind allesamt schwer zu fassen. Bei den meisten handelt es sich um Personen aus Hannahs damaligem Umfeld. Sie haben sich jeder für sich entwickelt und einen Umgang mit der Vergangenheit gefunden, so scheint es zumindest. Doch es dauert eine geraume Zeit, bis man beginnt, hinter die Fassaden schauen zu können, manche bröckeln schneller, andere langsamer. Jeder für sich zeigt jedoch einmal mehr, dass man den Menschen nur vor den Kopf schauen kann; was in ihrem Inneren vorgeht, müssen sie schon bereit sein zu zeigen. Eine nähere Verbindung zu ihnen kann und wird daher nicht aufgebaut werden.


Aufmachung des Buches
Bereits beim ersten Blick auf das Cover wird der Reihencharakter erneut deutlich. Man erkennt sofort Big Ben, aus dessen Richtung sich ein roter Doppeldeckerbus mit eingeschaltetem Licht nähert. Ob man sich in der Morgen- oder Abenddämmerung befindet, lässt sich nicht ganz klar festmachen, doch hat es wohl noch kurz zuvor geregnet, denn die Straße ist mit Wasser überzogen, in dem sich die gesamte Szenerie spiegelt. Wie am Himmel braut sich auch inhaltlich einiges zusammen, man darf also gespannt sein, was sich wann, wie und wo entlädt.


Fazit
Ein wahrlich grandioser sechster Band, der Neugierde sowie Hoffnung schürt, denn mit dem nächsten Band läuft man ja bereits auf die Zielgerade – und es gibt noch einiges aufzuklären.


5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Blauer Montag
Band 2: Eisiger Dienstag
Band 3: Schwarzer Mittwoch
Band 4: Dunkler Donnerstag
Band 5: Mörderischer Freitag

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