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2016 11 Blogtour Gembri Quer

Kira Gembris Romane gehören für mich zu den besten Büchern, die der Jugendbuchmarkt in Deutschland derzeit bereithält. Ich liebe die feinfühlige Art, mit der sie ihre Figuren aufbaut und den Humor, den sie einsetzt um die sehr ernsten und bewegenden Themen aufzulockern. Ihr neustes Werk „Wir beide in Schwarz-Weiß“ bildet da keine Ausnahme und so freu ich mich sehr, dass ich euch heute im Rahmen der Blogtour des Arena Verlags ein wenig Hintergrundwissen zum Buch zusammen sammeln darf. Mein Thema ist dabei die Performance Kunst.

Vorweg aber ein paar Worte zum Buch „Wir beide in Schwarz-Weiß“. Der Roman dreht sich um Kris und Alex. Erstere ist Kunststudentin und letzterer arbeitet derzeit als Barista. Die beiden lernen sich dann auch im Café während Alex‘ Arbeit kennen und obwohl sie erstmal aneinander geraten, können sie doch schnell nicht mehr ohneeinander. Mehr Details dazu findet ihr in meiner Rezension hier auf der Leser-Welt-Seite aber auch bei der ersten Station unserer Blogtour bei Yvonne

„Wir beide in Schwarz-Weiß“ ist an sich ein abgeschlossener Roman, steht aber in Verbindung zu Kira Gembris Roman „Wenn du dich traust“. Wie genau die Verbindung aussieht, könnt ihr in Lenas Blogtourbeitrag lesen. Eine Übersicht der anderen Blogtour-Stationen findet ihr zum Ende dieses Beitrags. Nun kommen wir aber zum eigentlichen Thema, der Performance Kunst. 

 

"Anweisungen [...] Auf dem Tisch befinden sich 72 Gegenstände, die nach Belieben an mir verwendet werden können. Performance: Ich bin das Objekt. [...]" (S. 47)

Performance Kunst ist nicht ganz einfach zu definieren. Die Kunst-Szene ist sich weder so ganz einig, was darunter genau zu fassen ist, noch, seit wann es diese Kunstform gibt. Klar ist, dass sie den klassischen bildenden und darstellenden Künsten gegenüber steht. Wobei die Performance aus diesen beiden Kunstbereichen entstehen und die verschiedenen Gattungen verschmelzen kann. Dabei spielen neben Zeit und Raum vor allem der Körper des Künstlers und die Beziehung zwischen Künstler und Zuschauer eine wichtige Rolle. Statt die Distanz zwischen Künstler und Publikum zwangsweise zu wahren, wie zum Beispiel im Theater, wird der Zuschauer oftmals in die Performance mit hineingezogen und seine Reaktion ist sogar Teil des Kunstwerks.

"Außerdem ist es ja die besondere Qualität von Performance Art, dass sie ortsgebunden und vergänglich ist." (S. 20)

Das Ergebnis der Performance Kunst an sich ist vergänglich und am Ende des Schaffensprozesses steht kein materielles, verkaufbares Produkt. Oftmals wird der Schaffensprozess selbst jedoch gefilmt oder mit Hilfe von Fotos festgehalten

Geschichtlich ist ein konkreter Entstehungszeitpunkt der Performance Kunst wie oben bereits erwähnt schwer zu benennen. Die ersten Vorreiter gehen bis auf die 50er Jahre zurück und selbst davor waren vor allem im Futurismus und im Dadaismus Elemente von Performance zu finden. In den 60er Jahren entstanden aus der Kritik an der Ware Kunst vermehrt performanceartige Werke. Zu Beginn der 70er Jahre wurde die Performance schließlich erstmalig auch außerhalb des englischsprachigen Raums als Kunstform genannt. Seitdem haben sich aus ihr wiederum andere Kunstformen entwickelt, die Performance Elemente enthalten, wie zum Beispiel Poetry Slam. Eine klare Grenze gibt es nicht mehr und stattdessen findet eine konstante Vermischung der verschiedenen Kunstformen statt.

Im deutschsprachigen Raum sind vor allem in Berlin, Wien und Köln bedeutende Performance Kunstszenen zu finden. Es passt entsprechend großartig, dass Kris, die Protagonistin aus „Wir beide in Schwarz-Weiß“, sich ausgerechnet diese Kunstform in ihrem Studium in Wien aussucht.

Besonders inspiriert ist sie dabei von der serbischen Performance-Künstlerin Marina Abramovic.

"Marina [Abramovic] hat nämlich nicht nur blutige Performances durchgeführt, sondern auch Aktionen, die schön und gleichzeitig traurig waren, wie ein Stück Poesie. Einmal sind sie und ihr Lebensgefährte drei Monate lang von den entgegengesetzten Enden der Chinesischen Mauer aufeinander zugewandert. In der Mitte haben sie sich noch einmal umarmt und dann für immer getrennt." (S. 72)

Marina Abramovic wurde am 30. November 1946 in Belgrad geboren und zeigt seit den 70er Jahren künstlerische Performances. Besonders ihre frühen Werke widmen sich körperlichen und psychischen Grenzerfahrungen. Der Mut hinter diesen Werken aber vor allem auch der klare Blick auf die Gesellschaft, den die Performance bietet, beeindruckt Kris dabei tief und inspiriert sie zu einem eigenen Werk.

Wie dieses aussieht, welche Rolle Alex dabei letztendlich spielt und was genau Kris zur Performance Kunst gebracht hat, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Denn mein kleiner Überblick zum Thema Performance Kunst sollte euch nicht nur diese Kunstform näher bringen, sondern euch auch neugierig auf den bewegenden Roman „Wir beide in Schwarz-Weiß“ machen. Ich hoffe, das ist mir gelungen und ich wünsche euch viel Spaß mit den weiteren Stationen unserer Blogtour. Morgen wird Sarah von Sarahs Bücherwelt Figureninterviews präsentieren.

Hier nochmal alle Blogtour-Stationen mit den jeweiligen Themen im Überblick:

14.11.2016 – Buchvorstellung bei Yvonne

15.11.2016 – Protagonisten Entwicklung beim Buchlabyrinth

16.11.2016 – Verbindung zu „Wenn du dich traust“ bei Lena

17.11.2016 – Schwarz-Weiß Denken mit fotographischer Untermalung bei Skyline of Books

18.11.2016 – Back Down to earth beschäftigt sich mit dem Thema Jugendkriminalität

19.11.2016 – Performance Kunst hier auf der Leser-Welt  

20.11.2016 – Figureninterview bei Sarahs Bücherwelt

21.11.2016 – Ally widmet sich dem Thema “Gegensätze ziehen sich an”

22.11.2016 – Katja bespricht Wien als Schauplatz   

23.11.2016 – Ina beschäftigt sich mit dem Studentenleben und Männer WGs  

24.11.2016 – Vannie präsentiert Cocktail-Rezepte in Schwarz-Weiß

25.11.2016 – Ein Interview mit Kira bei Fantasie und Träumerei schließt die Blogtour ab

  • Dankeschön für den richtig tollen Beitrag und ein schönes Wochenende wünsche ich noch.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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