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Nach zwölf Jahren geheimer Druidenausbildung ist es endlich soweit: Atticus O’Sullivan kann seine Auszubildende Granuaile an die Erde binden. Auf diese Weise würde die Anzahl der Druiden auf der Welt auf einen Schlag verdoppelt werden. Unglücklicherweise fliegt auf dem Höhepunkt des Rituals Atticus‘ Tarnung auf.

Dieser Band enthält zusätzlich die Geschichte „Zwei Raben und eine Krähe“.

Erwischt 

Originaltitel: Trapped und Two Ravens and one Crow
Autor: Kevin Hearne
Übersetzer: Friedrich Mader
Verlag: Klett-Cotta
Erschienen: Oktober 2016
ISBN: 978-3-608-96135-5
Seitenzahl: 410 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Endlich ist es soweit, Granuailes Ausbildung ist zu Ende und nur die Bindung an die Erde muss noch vollzogen werden, um eine neue vollwertige Druidin zu erschaffen. Doch dies ist auch die gefährlichste Zeit, denn die Anbindung dauert drei Monate und sollte nicht unterbrochen werden. Leider ist Atticus‘ List über seinen angeblichen Tod aufgeflogen und zahlreiche Fraktionen sinnen auf Rache …

Die Verwicklungen und die Anzahl der beteiligten Götter nehmen mit jedem Band zu, sodass ich zu Beginn mit dem Einstieg und dem Überblick etwas Mühe hatte. Der gelungene Schreibstil und die spannende Handlung lassen dies aber sehr schnell vergessen.


Stil und Sprache
Atticus wendet sich mit dem ersten Satz direkt an den Leser und es dauert gar nicht lange, bis die ersten Vorboten der katastrophalen Serie Atticus und Granuaile erreichen. Der Band knüpft an alle vorherigen Handlungen an, die Vergangenheit und im Besonderen die Feinde, die Atticus durch die von ihm verschuldeten Morde und Toten spielen eine entscheidende Rolle. Es sind denn auch immer wieder Erklärungen in Form von Rückblenden oder Erzählungen für Granuaile enthalten. Diese Passagen sind teils in lange und verschlungene Sätze verpackt, so als ob der Autor in möglichst kurzer Zeit so viele Hinweise und Hintergründe wie möglich einflechten wollte.

Von Beginn weg ist der Hund Oberon oft in die Unterhaltungen eingebunden. Zuerst kann er sich nur mit Atticus telepathisch unterhalten, lässt aber durch ihn auch Granuaile oftmals ansprechen. Mit der Bindung führen die drei miteinander gleichzeitig Gespräche, die mit köstlicher Hundephilosophie gespickt ist. Überhaupt hat mir Oberons Rolle diesmal wieder ausgezeichnet gefallen. Er meldet sich oft zu Wort, hat einen überaus witzigen Verstand und lockert dadurch manchmal gefährliche Situationen auf und hat bei mir für einige Lacher gesorgt.

Die Spannung ist von Beginn weg da und steigert sich in zahlreiche Spitzen. Auch die Neugier wird immer wieder geweckt, denn oftmals weiß man nicht, wem man trauen kann und was als nächstes passieren könnte. Einige Anschläge, die ideenreich und äußerst gelungen sind, müssen abgewehrt und riesige Schlachten geschlagen werden. Wie immer sind nicht alle Gewinner und die Verlierer geben wie üblich Atticus die Schuld. So eine Schuld holt ihn schließlich am Ende wieder ein. Da mir zuerst entgangen war, dass am Ende eine Kurzgeschichte eingefügt ist, war ich für den Schluss der Handlung nicht bereit, zumal es sich um einen Cliffhanger handelt, der im nächsten Band ausgefochten werden muss.

Die Kurzgeschichte über knapp 80 Seiten ist im gleichen Schreibstil verfasst und zeitlich mitten zwischen Band 4 und 5 angesiedelt. Ich für meinen Teil hätte mir gewünscht, den Band 4.5, wie ihn der Autor nennt, zuerst, d.h. vor „Erwischt“ zu lesen, was ich hiermit allen Lesern empfehlen möchte.


Figuren
Atticus und Granuaile haben sich in den letzten 12 Jahren fast ausschließlich um die Ausbildung zur Druidin gekümmert und sich ansonsten zurückgehalten und vor ihren Feinden versteckt. Nur die Anbindung an die Erde muss noch abgeschlossen werden, dann ist Granuaile eine vollwertige Druidin und nicht mehr Schülerin. Zwischen den beiden funkt es seit Jahren gewaltig und Atticus hat mit Oberon einen Pakt geschlossen, der ihm helfen soll, die Finger von ihr zu lassen. Diese Dreiecksbeziehung ist ausgezeichnet gelungen und alle drei haben mir großartig gefallen.

Zahlreiche Götter und noch mehr Gegner aus verschiedenen Fraktionen haben teils ausgedehnte Nebenrollen. Die Götter kennt man oftmals aus früheren Bänden, die Feinde sind teils gedungene Mörder oder von bereits bekannten Gegnern geschickt. Wie immer gibt es mächtige, überhebliche Götter oder solche, deren tatsächliche Gesinnung man nicht einschätzen kann. Die Nebenfiguren waren mir fast schon zu zahlreich, da kann man den Überblick schon mal leicht verlieren.


Aufmachung des Buches
Diesmal zeigt das Cover erstmals nicht nur Atticus, sondern im Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die durchaus Granuaile sein könnte. Der Hintergrund ist im oberen Bereich hell erleuchtet und wird gegen unten immer dunkler, sodass am unteren Buchrand lediglich die bekannten Ornamente zu sehen sind. Wie gewohnt wurde das Taschenbuch in einem größeren Format als üblich verlegt und mit Klappbroschur versehen, die innen nicht bedruckt sind. Wiederum ist die Rückseite in verschiedenen Brauntönen gehalten und zeigt undeutlich einige Ornamente. Ansonsten kann dort die Inhaltsangabe gelesen werden.


Fazit
Schon alleine die Beziehung von Atticus, Granuaile und Oberon in ihren schillernden Farben ist ein absoluter Lesegenuss. Dazu eine spannende Handlung, viele gefährliche sowie packende Szenen und eine weitreichende Sagenwelt bieten ausgezeichnete Unterhaltung.


4 5 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Die Hetzjagd
Band 2: Verhext
Band 3: Gehämmert
Band 4: Getrickst

Zusätzliche Information des Rezensenten: Der erste Band „Die Hetzjagd“ wurde als Taschenbuch unter dem Titel „Gehetzt“ veröffentlicht.

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