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In Minatos Leben läuft alles perfekt: abgeschlossenes Studium, ein Job, ein Freund, der sie heiraten will. Doch nachdem sie eine Nacht mit ihrer Kollegin Maya verbracht hat, wird ihr klar, in welch engen Grenzen ihr Leben verläuft und wie selbstbestimmt Maya lebt. Minato beginnt zu zweifeln und fragt sich, ob sie wirklich ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse verfolgt ...

 

Der Zauber einer mir unbekannten Welt  

Originaltitel: Watashi no Muchi na Watashi no Michi Vol. 1
Autor: Moto Momono
Übersetzer: Maaren Sickel
Illustrator: Moto Momono
Verlag: Tokyopop
Erschienen: September 2016
ISBN: 978-3-8420-3052-7
Seitenzahl: 192 Seiten
Altersgruppe: ab 15 Jahre (Verlagsempfehlung)

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Die Grundidee der Handlung
Minato ist eher schüchtern, zurückghaltend und hilft ihrer Mutter aufopfernd in dem familären Restaurant. So ganz weiß sie mit ihrem Leben nicht hin und die große Liebe lässt auch auf sich warten. Als sie ihre Kollegin Maya näher kennenlernt, ist es eine völlig unbekannte Welt, die ihr gezeigt wird.

Das Debutwerk der Manga weiß mit sanften Tönen, zarten Zeichnungen und interessanten Charakteren zu bestechen.


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Sanft und zart, mit weicher Strichführung und einfachen Zeichnungen, die aber dennoch die Atmosphäre des Mangas tragen, wird der erste Band der neuen Mangaka Moto Momono auf Deutsch präsentiert. 

Beide Heldinnen, Minato und Maya sind – anders, als in anderen Girl Love Manga typisch – keine Schulmädchen mehr, sondern erwachsene Frauen. Dieser Umstand macht den Manga sowie seine Thematik gleich erwachsener. Auch wirken die Ereignisse durchdachter, weniger dramatisch im Sinne vom Ablauf nach Schema-F. Die Charakterentwicklung wird deutlich, es zeigen sich mehr ernstzunehmendere Probleme und die Grundstimmung ist eine etwas gedrücktere.

Die Hauptfiguren sind weiblich, aber nicht zu übertrieben dargestellt, man kann sich optisch mit ihnen identifieren und auch ihre Handlungen sind teilweise verständlich. So ist Minato sehr weiblich und wirkt zart und zerbrechlich, allerdings ist sie widerstandfähiger, als man denkt. Sie hat langes, braunes Haar und vertrauensvoll blickende Augen. Ihre Figur ist zart, weiblich mit Rundungen, ohne übertrieben zu wirken. Maya ist sowohl von der Art, als auch vom Aussehen her das Gegenteil. Sie wirkt mit den kürzeren Haaren und dem energischen, manchmal mürrischen Gesichtsausdruck eher burschikos. Beide entsprechen einem nicht gerade unbekannten Bild in Girl Love Manga, allerdings bedeutet das für die Spannung des Bandes keinen Abbruch. Insgesamt wirkt Maya wesentlich reifer als Minato, die dadurch unschuldig und zudem auch unverdorben herüberkommt. Maya umgibt eine Aura des Unbekannten, zugleich auch Gefährlichen.
Auch die weiteren Figuren sind gut ausgearbeitet und zeichnerisch gut in Szene gesetzt. Männer weiß die Mangaka ebenso sauber zu zeichnen wie ihre Frauen, etwas das in Girls oder Boys Love Manga nicht immer der Fall ist. Es ist auch den Fähigkeiten der Mangaka anzumerken, dass sie in der Lage ist, ältere Personen zu zeichnen sowie unterschiedliche Emotionen auf den Gesichtern zu zaubern und in Gestik zu variieren.

Die Hintergründe sind ausreichend ausgearbeitet, oft liegt der Fokus aber auf den Personen, die Hintergründe sind nur Beiwerk, um zu verorten. Etwas Humor, auch, wenn er nicht überwiegt, wird mithilfe von verniedlichten Zeichnungen, sogenannten Chibizeichnungen, erzeugt. Manche der Figuren haben große Kulleraugen, was sich wie ein Merkmal der Zeichnerin durchsetzt.

Erotisch geht es dezent zu, wenngleich auf eine erwachsene, reife Art erzählt und gezeigt, die Lust von den Figuren empfunden wird. Es werden die Gefühle, aber ebenso die Probleme, das gleiche Geschlecht zu lieben, thematisiert. Der Manga wirkt stellenweise poetisch, melancholisch, aber auch düster. Für Leser ab 15 ist der Titel definitiv zu empfehlen.

Effekte wechseln mit Rasetrfolieneinsätzen ab, Tusche wird verwendet, um Stellen hervorzuheben. Die Dynamik ist vorhanden, wenn auch alles sehr ruhig und gediegen zugeht. Insgesamt sagt der Zeichenstil zu und die ruhige Erzählweise tut ihr Übriges, damit man sich einfinden kann. Spannend endet der erste Band und man ist gespannt, wie es mit Minato und Maya weitergeht.


Aufmachung des Manga
In zarten Farben gehalten und in sanfter Strichführung blicken die beiden Protagonistinnen leicht melancholisch in die Ferne. Mit Spotlack aufgetragen, wirken die Abbildungen und der Schriftzug edel. Der Softcover gebundene Manga besitzt keine Extras, Bonuscomics oder Farbseiten.


Fazit
Minato und Maya sind zwei Heldinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - aber doch gut miteinander harmonieren. Erwachsen, ohne extremes Drama zu entfalten, wird die Geschichte getragen und man ist nach dem Cliffhanger auf den zweiten Band gespannt.


4 5 Sterne


Hinweise
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