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Wie viele Stunden hat ein Tag, wenn man nicht die Hälfte davon vor dem Fernseher verbringt? Wie lange ist es her, dass wir uns wirklich anstrengen mussten, um etwas zu bekommen, das wir wollten? Wie lange ist es her, dass wir etwas wollten, das wir wirklich brauchten? Die Welt, die wir kannten, ist Vergangenheit. Die Welt des Kommerzes und der Dekadenz ist einer Welt der Verantwortung und des Überlebens gewichen.

Eine Epidemie apokalyptischen Ausmaßes lässt rund um den Globus die Toten auferstehen, die sich an den Lebenden schadlos halten. Nach ein paar Wochen ist die Gesellschaft am Ende. Es gibt keine Regierung mehr. Keinen Supermarkt. Kein Internet. Kein Kabelfernsehen.

In einer Welt, die von Toten regiert wird, sind wir gezwungen, endlich unser Leben sebst in die Hand zu nehmen.

Rich Grimes Odyssee ist zu Ende - oder nicht?

Die kleine Gruppe Überlebender findet einen scheinbar sicheren Ort - ein ehemaliges Hochsicherheitsgefängnis mitten im Nirgendwo. Schnell richtet man sich ein hinter Stacheldraht und hohen Mauern. Das Problem ist nur: sie sind nicht allein. Wer sind die vier Männer, die als einzige die Zombieepidemie im Knast überlebt haben? Und was wollen sie? Angst, Paranoia und ein Mord lassen die Situation eskalieren, während vor den Toren die Untoten warten. Und dann macht Rick auch noch eine furchtbare Entdeckung ...

 

The walking dead Die Zuflucht 

Originaltitel: The Walking Dead #13-18
Autor: Robert Kirkman
Übersetzer: Marc-Oliver Frisch
Illustrator: Tony Moore und Cliff Rathburn
Verlag: Cross Cult Verlag
Erschienen: 15. November 2006
ISBN: 978-3-936480-33-7
Seitenzahl: 160 Seiten
Altersgruppe: ab 18 Jahre (Empfehlung des Rezensenten)

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Die Grundidee der Handlung
Voller Hoffnung stürzt sich die Gruppe in ihr neues Zuhause: Ein verlassenes Gefängnis! Doch bald müssen sie feststellen, dass sie nicht allein sind. Vier ehemalige Insassen haben das Gefängnis zu ihren sicheren Hafen erkoren. Obwohl zunächst alles gut geht zwischen den beiden Gruppen, müssen Ricks Leute bald feststellen, dass ein Mörder umgeht. Als dieser gefunden wird und die Situation entspannter wirkt, wartet bereits der nächste Schrecken auf die Freunde.

Mit gewohnt leichten Zeichnungen und viel Schwarzweiß-Schattenspielerei setzen Autoren und Zeichner ihre Geschichte der Zombieinvasion fort. Es ist doch letztlich mehr das Textliche, was den Comic ausmacht, wobei der Zeichenstil, wenn man sich daran gewöhnt, durchaus akzeptabel ist.


Beurteilung der Zeichnung / Textdarstellung
Im Prinzip halten Zeichner und Tuscher ihren gewohnten Stil konsequent bei. Das trägt bei der teils sehr schlichten Zeichnungsart zum enormen Wiedererkennungswert der gesamten Serie bei. Die Figuren sind zwar gut ausgearbeitet und man kann sie unterscheiden, dennoch ist es die Leichtigkeit oder besser gesagt das Einfache, was diesen Stil ausmacht. Man könnte frecherweise behaupten, dieser Stil reiche aus, um als kurzer Comicstrip in einer Sonntagszeitung auf dem letzten Blatt zu erscheinen. Allerdings wäre das nur die erste oberflächliche Sichtweise auf das Gesamtwerk.

Generell wird bei den Zeichnungen Wert aufs Gesicht gelegt. Das jeweilige Antlitz ist detailliert ausgearbeitet, mal kantig, mal weicher und mit diversen Linien oder eher fein gehalten. Unterstützenderweise werden Bärte, Narben, Falten und Schatten eingesetzt, um das bestmögliche aus jedem Charakter herauszuholen. Was den Zeichnern dabei besonders gut gelingt ist die Entwicklung der Charaktere. Damit meine ich, dass die Strapazen der Reise sowie die Umstände, etwa dass sich die Figuren nicht waschen können oder keine Rasur möglich ist, perfekt in den Gesichtern widergespiegelt wird. Auch ist es ein unglaublich gutgelungener Aspekt, wie die einzelnen Figuren ihre Emotionen passend zur Geltung bringen können. Genug Drama ist ja geboten, sodass sich diesbezüglich die Zeichner austoben können.

Gepaart mit den sehr vielen, aber passenden Schatten, die technisch clever eingesetzt werden, gelingt es, die dichte und angespannte Atmosphäre darzustellen und die Spannung zu halten. Detaillierte Hintergrundzeichnungen und generell kleinere Umgebungsbilder sind zwar selten, dennoch werden sie nicht vermisst. Zeichnerisch liegt der Fokus ganz klar auf den Charakteren, die umso genauer und sensibler ausgearbeitet werden und deren Entwicklung passend dazu mit eingebaut wird. Ein kleines Highlight ist ein großflächiges Panel, dass das Gefängnis aus der Ferne zeigt. Ein super gelungenes Bild.

Großes Lob gibt es immer wieder für das Textliche. Es sind besonders die ausgefeilten und doch sehr langen Dialoge, die sowohl erklärend, als auch ausfüllend beschreibend gewertet werden können. Obgleich es teilweise viel Text ist, wirkt es nie zu überladen oder gestreckt. Man hat nie den Eindruck, dass Texte oder Dialoge künstlich in die Länge gezogen werden. Ganz im Gegenteil ist die Fülle an Informationen einfach notwendig. Ob nun Dialoge, Monologe oder einfache Erklärungen, es ist ganz klar das Textliche, was den Comic fast schon mehr ausmacht als die Zeichnungen. Diese Mischung erscheint für Comicfans eventuell ungewöhnlich, hat jedoch den Vorteil, dass man sich länger und intensiver damit beschäftigen muss.

Zur sprachlichen Entwicklung des Comics kann auch einiges gesagt werden. So findet im Zuge der Geschichte, speziell der ständigen Angriffe und Gefahrensituationen eine Entwicklung statt, die sich dem Geschichtsverlauf anpasst. Die einst noch recht leichte und höfliche Sprache weicht mehr und mehr dem wütenden und angestrengten Ton. Auch werden leichtfertiger Ausdrücke oder verbale Ausschläge gegeneinander genutzt. Je anstrengender und gefährlicher die Reise wird, desto angespannter und rauer werden die Charaktere. Clevere Lösung gegen Eintönigkeit im Textlichen.

Panels werden generell sehr gerade angeordnet und vereinfachen das Lesen und Verstehen ungemein. Hier und da gibt es kleine "Ausrutscher", die den Stil aber nichts abtun, sondern das Chaotische unterstützen. Hin und wieder gibt es größere Panels und für Abwechslung ist gesorgt. Auf Soundwörter wird konsequent verzichtet und auch bekannte Techniken, zum Beispiel Speedlines, finden keine Anwendung.


Aufmachung des Comics
Das Cover zeigt Rick, der von einem Hügel auf das neue Heim, das Gefängnis blickt. Im Vordergrund laufen vier Untote auf den Betrachter zu. Dieses Bild vereint quasi die Hoffnung und die Ohnmacht, die unsere Mitstreiter ständig mit sich tragen. Gesamttechnisch betrachtet wirkt das Bild wie in einer Sonnenuntergangsstimmung, wobei Farben und Töne ideal eingesetzt werden. Im oberen Bereich steht in bekanntem Artwork der Titel der Serie. Unterhalb befindet sich der Titel des derzeitigen Bandes.

Die Rückseite ist wie immer schlicht auf lilafarbenen Hintergrund gehalten. Es gibt einen allgemeinen Vorstellungstext zur gesamten Serie, sowie einen Buchrückentext, der speziell auf dem 3. Band zugeschnitten ist. Daneben befindet sich dieser Text auf einem skizziertem Panel, ebenfalls lila, das einen Ausschnitt von Zombies zeigt.


Fazit
Neben den wachsenden Figuren ist es besonders das Textliche, was in diesem Zusammenspiel den Comic enorm aufwertet. Leser, die eine gesunde Mischung aus Text und Bildern wollen, kommen voll auf ihre Kosten.


4 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Die gute alte Zeit
Band 2: Ein langer Weg

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