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Nach einer recht kurzen Nacht ging es für mich am Sonntag pünktlich um 9 Uhr wieder auf die LoveLetter Convention. Die Vorfreude hat dabei die Müdigkeit vertrieben, denn das Programm des Sonntags bot so viele Highlights, dass ich mich kaum entscheiden konnte. Schlussendlich bestand es für mich dann hauptsächlich aus Lesungen. Den Anfang machte direkt um neun Uhr Julie Leuze. Sie las aus ihrem neuen Roman „Für einen Sommer und immer“ und entführte uns schnell nach Südtirol und in ihre bezaubernde Liebesgeschichte. Das Buch landete dann auch direkt auf der Wunschliste – dabei hatte die Autorin es leider noch nicht, stattdessen waren bei der späteren Signierstunde ihre beiden Vorgängerromane verfügbar. Im Anschluss las Nicole Brausendorf aus ihrem im Sommer erscheinenden Roman „Die einzige Art, Spaghetti zu essen“. Das romantische Jugendbuch hat sich ebenfalls schnell einen Platz auf der Wunschliste gesichert, was nicht zuletzt auch daran lag, dass die Autorin es so sympathisch vorgestellt hat. Da es sich um ihren Debütroman handelt, war sie ein wenig aufgeregt, aber das legte sich beim Lesen schnell und störte ganz und gar nicht.

Nicole Brausendorf
Ursprünglich wollte ich danach zum Round Table zum Thema Verlagszusammenarbeit mit den Bloggern, aber Kathryn Taylor hatte mich am Samstag in der Fragerunde so neugierig gemacht, dass ich mir einen kleinen Einblick in ihren Roman nicht entgehen lassen wollte. Sie las dann glücklicherweise aus dem ersten Band ihrer „Daringham Hall“-Reihe und nicht aus dem gerade erschienenen Abschlussband. So konnte man auch ohne Vorkenntnisse folgen und die kurze Reise nach Südengland genießen. Sie hat dann im Anschluss noch verraten, dass voraussichtlich im November ein Weihnachtsbuch von ihr erscheinen wird und dass sie zukünftig weiter Romane in der „Daringham Hall“- Richtung veröffentlichen möchte.

Taylor

Um halb 11 übernahm Claudia Winter das Mikrofon und stellte uns „Aprikosenküsse“ vor, diesmal ging es also nach Italien. Da ihr Roman aus einer männlichen und einer weiblichen Perspektive geschrieben ist und sie uns nicht verwirren wollte, hatte sie Accessoires dabei: einen Hut für die Szenen aus männlicher Sicht und ein Halstuch für die weiblichen. Allein das sorgte schon für einige Heiterkeit, die dank der passend ausgewählten Szenen anhielt.

Winter

Das anschließend von Juliane Käppler vorgestellte Buch „Die sieben Tode des Max Leif“ hat allein schon durch seinen Untertitel mein Interesse geweckt: „Ein Hypochonder-Roman“. Ich erwartete viel Humor und einige Tragik und tatsächlich hat Juliane Käppler mit ihrer Lesung genau das gehalten. Ich habe Tränen gelacht und wurde ausgesprochen neugierig auf dieses Buch mit dem außergewöhnlichen Protagonisten.

Kaeppler

Den Abschluss meines Lesungsvormittags bildete schließlich Kerstin Rachfahl. Die Stuttgarter Self-Publishing Autorin stellte ihren Roman „Sonate ins Glück“ vor, las einige Szenen und nutzte anschließend die Gelegenheit, das Publikum ein wenig mit Fragen zu löchern. Das war eine ganz lustige Situation, denn es kommt ja nicht alle Tage vor, dass ein Autor so direkt Feedback einfordert. Da die Fragen sich auf die gerade vorgelesene Szene oder das Lesen allgemein bezogen, konnten auch die Zuschauer antworten, die den Roman von Kerstin bisher nicht gelesen hatten.

Rachfahl

Die letzte Veranstaltung vor der Mittagspause war ein Round Table in der Lounge mit dem Thema „Lesen ohne Ende – Jobs in der Verlagsbranche“. Moderiert von Mirjam Hemmerling haben Melanie Adler (Marketing bei Bastei Lübbe), Sebastian Rothfuss (Presse bei Blanvalet), Lea Schuhen (Vertrieb bei Egmont LYX) und Eva Wallbaum (Lektorin) über die verschiedenen Aufgaben im Verlag, Veränderungen durch den eBook-Trend und Perspektiven in der Verlagswelt gesprochen. Dabei lag der Fokus nach einer kurzen Vorstellrunde auf den Fragen des Publikums. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass die Spezialisierung auf ein bestimmtes Genre gar nicht in allen Aufgaben üblich ist, sondern oft die Zuständigkeit für alle Genre eines Verlags besteht. Die Ausnahme davon bilden die Lektoren. Auch dass eine Spezialisierung meistens erst während des Volontariats erfolgt und nicht schon während des Studiums wurde verraten. Besonders interessant fand ich die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Verlagsbereichen – gerade zwischen Presse und Marketing gibt es viele Überschneidungen und jeder Verlag handhabt die Aufgabenverteilung ein wenig anders. Grundsätzlich wurde erzählt, sei die Zusammenarbeit auch über Verlagsgrenzen hinweg sehr gut und trotz der Konkurrenz gibt es zum Beispiel auch gemeinsame Aktionen wie die Herzenstage.

Jobs im Verlag

Die anschließende Mittagspause nutzte ich, um mir beim Bäcker gegenüber vom Veranstaltungszentrum etwas zu Essen zu besorgen und dann in die ersten Leseproben mal reinzulesen. Pünktlich um 14 Uhr ging es weiter mit der letzten Lesung meines Sonntags-Programms. Birgit Hasselbusch las aus „Der Mann im Heuhaufen“. Die Autorin hatte ich Samstag sowohl bei der Fragerunde als auch bei einer Panel-Diskussion schon erlebt und war entsprechend sehr neugierig auf ihren Roman. Dieser wirkte dann genauso unterhaltsam, wie man es bei der quirligen Autorin auch vermutet hatte und insbesondere bei der Elternabend-Szene haben wir laut gelacht.

Hasselbusch

Die nächsten Stunden habe ich mir dann keine Veranstaltung mehr angehört, sondern stattdessen mit anderen Besuchern erzählt. Lustigerweise trifft man auch beim entspannten Plaudern immer wieder auf Autoren, sodass ich beim Warten in der Signierschlange zum Beispiel noch einiges über die Organisation der LoveLetter Convention und die Anforderungen an die Autoren hier erfahren habe. Das Wetter hat dabei zum Glück gehalten und so war es beim Warten fast schon angenehm warm in der Sonne.

Vor der abschließenden Signierstunde hatte ich ja im Vorfeld ein wenig Angst, weil ich schlimmste Horrorvorstellungen von wild um Bücher kämpfenden Menschen hatte. Es war dann aber zum Glück alles super organisiert und lief geordnet und gesittet ab. Die Wartenden hatten sich von Anfang an in drei einzelne Schlangen aufgeteilt und wurden dann in kleinen Gruppen in die Aula, in der die Signierstunde stattfand, vorgelassen. So kam es nicht zum Gedränge und man konnte sich bei den Autoren auch wirklich Zeit lassen, ein paar Worte mit ihnen wechseln und vielleicht auch noch die eine oder andere Frage loswerden. Man konnte sich mehrmals bei unterschiedlichen Schlangen anstellen und hatte so die Gelegenheit alle Autoren, die Sonntag signiert haben, noch mal persönlich zu treffen. Mir haben allerdings zwei Durchgänge voll und ganz gereicht – es war mir einfach zu kalt, um mich noch mal eine halbe Stunde anzustellen. Stattdessen habe ich meine Sachen zusammengepackt und mich auf den Rückweg gemacht.

Schlange Signierstunde

Das war also die LoveLetter Convention 2016. Ich hatte nach all den begeisterten Berichten der letzten Jahre viel erwartet und wurde nicht enttäuscht. Die Vielzahl der Veranstaltungen, die Nähe zu den Autoren und der nette Austausch mit den Mit-Besuchern sind so wirklich einzigartig und ich habe mir direkt den Termin nächstes Jahr im Kalender markiert. Vielen Dank auch an dieser Stelle an die Organisatoren der LoveLetter Convention, all die Helfer und all die mutigen Autoren, die sich zwei Tage lang den begeisterten Lesern „gestellt“ haben. Vielen Dank, es war wirklich ein unvergesslich tolles Wochenende!

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