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Am Königssee herrscht dicke Luft: Befürworter und Gegner des neuen Hotelprojekts stehen sich unversöhnlich gegenüber. Besonders aggressiv gehen Hotelier Altbauer und Ladenbesitzer Hirsinger aufeinander los. Dann kommt einer von beiden bei einem Lawinenunglück ums Leben. Und Hauptwachtmeister Franz Holzhammer braucht seinen ganzen Grips, seine Freunde und seine Lokalkenntnis, um der Sache auf den Grund zu gehen.

 

Fruehjahrsputz 

Autor: Fredrika Gers 
Verlag: rowohlt
Erschienen: 26. Februar 2016
ISBN: 978-3-499-26995-0
Seitenzahl: 288 Seiten

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Die Grundidee der Handlung
Während seine Frau das Heim aus- und umräumt, um dem alljährlichen Frühjahrsputz zu fröhnen, steht Franz Holzhammer ratlos vor seinem nächsten Fall. Ein Lawinentoter und zig Hinweise, die unterschiedlicher nicht sein können. Nichts scheint zusammen zu passen, die Aussagen der Beteiligten stiften mehr Verwirrung als dass sie zum Ziel führen. Doch Holzhammer ist gewillt, mehr als nur ein Geheimnis aufzudecken...

In puncto Verwirrung stiften versteht Fredrika Gers ihr Handwerk vollkommen, auch der Leser tappt blindlings in die Falle. Doch fehlt dieses Mal das gewisse Etwas, um den perfekten Krimi zu generieren.


Stil und Sprache
Gespickt mit einem gesunden und absolut vertretbaren Maß an Dialekt wird auch dieser Fall für Franz Holzhammer aus der beobachtenden Perspektive erzählt, um den Leser an verschiedene Orte führen zu können, gleich ob der Hauptwachtmeister selbst zugegen ist oder nicht. Gewohnt flüssig sowie kurzweilig und doch detailliert beschreibt die Autorin die Ereignisse, die zunächst kein klares Bild ergeben wollen, was natürlich geplant ist. Die durchdachte Verwirrung nimmt im Laufe des Geschehens weiter zu, so dass der Leser unbedingt konzentriert bei der Sache bleiben muss, um den roten Faden nicht zu verlieren, so er ihn überhaupt entdeckt. Tempomäßig sind die Bände rund um Franz Holzhammer bekanntermaßen gediegener, dadurch aber keinesfalls langatmig. Dieses Mal jedoch fehlt der gewisse Kick, die unerwartete Wendung, um eine gänzliche perfekte Vorstellung abzuliefern.

Die Spannung wird nach und nach erzeugt, oft ohne dass man es konkret merkt, denn viele Prozesse gehen eher unterschwellig vonstatten. Dadurch ist es für die Autorin ein Leichtes, den Leser in den Bann zu ziehen, denn dieser folgt unbewusst und gleichzeitig bereitwillig dem Ruf. Sicherlich wird auch dieses Mal das ein oder andere Überraschungsmoment eingebaut, doch der gewohnte - fast schon erwartete - Umschwung zum Schluss lässt sich nicht ermitteln. Sicherlich ist man dadurch nicht zutiefst enttäuscht, ein klein wenig Wehmut legt sich nichtsdestotrotz über die Stimmung.


Figuren
Franz Holzhammer hat sich noch immer nicht so ganz daran gewöhnen können, nun im Team zu arbeiten, doch ist er durchaus gewillt, die neue Situation zu akzeptieren und sich Mühe zu geben. Das wird nicht nur von Seiten der Protagonisten zur Kenntnis genommen und honoriert, auch der Leser vermag dadurch ein wenig mehr in die Tiefen der Seele des Hauptwachtmeisters vorzudringen. Seine gemütliche Seite wird er hoffentlich nie gänzlich ablegen, die Wandlung vom ersten Band bis hierhin steht ihm aber derart gut, dass man auf noch viele weitere Bände hofft.

Obwohl das gesamte Geschehen sich auf weniger als 300 Seiten abspielt, schafft Fredrika Gers es, in gewohnter Manier sämtlichen Protagonisten, gleich ob Haupt- oder Nebenfigur, eine Tiefe zu geben, die es dem Leser ermöglicht diverse Verhaltensweisen zu ergründen. Da die Darstellung innerhalb der Ereignisse vollzogen wird, bleiben langwierige Passagen glücklicherweise aus.


Aufmachung des Buches
Auch das Cover dieses Taschenbuchs aus dem rowohlt Verlag schafft es, den Reihencharakter beizubehalten. Fast schon verschmitzt schaut eine Gämse zwischen aufgehangenen Wäschestücken hindurch. Im Hintergrund eine Holzhütte sowie grüne Wiesen und Wald, bevor sich im Hintergrund schneebedeckte Gipfel erstrecken. Das Lokalkolorit wird perfekt eingefangen, man kann sich also bereits durch die Betrachtung des Titelbilds in die richtige Stimmung versetzen, um das Geschehen zu verfolgen. Wie immer trügt die scheinbare Idylle, doch lässt man sich davon natürlich nicht abschrecken.


Fazit
Trotz minimalen Mankos ein durchaus empfehlenswerter Krimi, vor allem natürlich für Fans der Reihe.


4 Sterne


Hinweise
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Backlist:
Band 1: Die Holzhammer-Methode
Band 2: Teufelshorn
Band 3: Gut getroffen

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