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In diesem Buch wird erstmals eine Reihe von Kurzgeschichten vorgestellt, die Humor, Spannung und Unterhaltung garantieren. Es ist ein köstlicher Zeitvertreib, diese Geschichten zu lesen oder – noch besser – sie vorgelesen zu bekommen. In der heutigen schnelllebigen Zeit gibt es kaum noch Muße und Zeit zum Lesen und erst recht nicht zum Vorlesen. Das ist sehr betrüblich. Woran kann das liegen? Offenkundig gibt es zu wenig Vorleser und Erzähler, aber es liegt auch daran, dass es immer weniger Zuhörer gibt. Die modernen Unterhaltungsmedien sind bequem und verführerisch und werden bis zum Abheben vermarktet. Schön wäre es, wenn den Ohren außer High-tech-Lärm auch noch etwas anderes geboten würde: Geschichten, Märchen, Gedichte usw. von einer menschlichen Stimme vorgetragen. Dieses kleine Buch wurde geschrieben, um uns an die schönen Laute der menschlichen Sprache zu erinnern. Mit ein wenig Übung kann jeder vorlesen, er muss nur Zuhörer finden. Der Autor würde sich glücklich schätzen, wenn er dies mit seinen kleinen Geschichten erreichen könnte.

 

 

Autor: K.C. Iversen
Verlag: Wagner
Erschienen: 23.02.2009
ISBN: 978-3866834811
Seitenzahl: 145 Seiten


Die Idee, Stil und Sprache
Was passiert, wenn Straßenschilder falsch angebracht werden oder sich die Damenwelt voller Elan und Kampfeslust in den Sommerschlussverkauf stürzt? Warum sollte der geübte Käufer immer zunächst das Kleingedruckte lesen und was hat es eigentlich mit Materie und Antimaterie auf sich?
All diesen Fragen widmet sich der Autor in seinem Buch und hat eine Sammlung von Kurzgeschichten zusammengestellt, die er einer breiten Öffentlichkeit präsentieren möchte. Hierbei ist er ein, für meine Begriffe ziemlich gewagtes, Experiment eingegangen. Unabhängig von Genre, Stil und Länge der Geschichten hat er ein breites Sammelsurium miteinander verknüpft, welches in dieser Vielfältigkeit niemals einen Leser in Gesamtheit begeistern kann. Ob Kuriositäten aus dem Alltag, Anekdoten, mystische und märchenhafte Erzählungen oder einfach nur tierische Witze, das Spektrum ist einfach zu groß, um zu gefallen. Deshalb ein Rat an den Autor: Bitte in Zukunft Geschichten zusammenstellen, die auch zusammenpassen. Dann bleibt die eine oder andere Enttäuschung aus, da sich der jeweilige Leser immer entsprechend seiner Vorlieben orientiert.

In seinem Buch bedient sich der Autor eines Schreibstils, der als flüssig und leicht lesbar bezeichnet werden kann. Er versteht es hervorragend, jeder auch nur so unbedeutenden Begebenheit aus dem alltäglichen Leben etwas Humorvolles abzugewinnen und es dem Leser in knapp portionierter Form vorzutragen. Diese Fähigkeit schlägt sich vor allem in den ironischen Alltagsgeschichten nieder, die den Leser allesamt zum Schmunzeln bringen. Hiervon kann man sich einfach nur mehr wünschen. Anders hingegen sieht es bei den längeren Geschichten aus. Hier bedeutet Länge nicht nur eine höhere Seitenzahl, sondern auch eine Art zu Schreiben, die sich langatmig und zäh dem Leser präsentiert. Schade eigentlich, da das Buch sehr lustig und humorvoll beginnt und Hoffnungen in dem Leser weckt, die es später nicht erfüllen kann.


Figuren

Die Figuren werden vom Autor sehr klar gezeichnet und obwohl die Beschreibung nicht immer sehr umfangreich ausfällt, unheimlich lebensecht und nachvollziehbar geschildert. Grund hierfür mag wohl in der, dem Geschehen entsprechende und unheimlich passende, Wahl der Figuren liegen. So sieht der Leser bereits in der ersten Geschichte des Buches den Fahrer des roten Autos genau vor sich, wie er hochrot, mit einer enormen Wut im Bauch den Fahrer des grünen Autos beschimpft, ihn versucht mit Worten und Gesten zu erniedrigen, ihn sogar tritt. Ein Bild, das unmittelbar beim Lesen entsteht und obwohl der Autor diesen Personen nicht einmal einen Namen gibt, sind sie äußerst authentisch. In anderen Geschichten wiederum hat es sich der Autor ziemlich einfach gemacht und trotzdem die entsprechende Wirkung erzielt, indem er den Figuren so passende Namen gibt, das auch ohne eine Beschreibung dieser eine sofortige Zuordnung durch den Leser erfolgen kann. Insgesamt also eine stimmige und sehr bildhafte Angelegenheit.


Aufmachung des Buches
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Taschenbuch, welches mit seinen 145 Seiten für eine schnelle Lektüre nebenbei gut geeignet ist. Der Hintergrund des Covers ist in einem satten Grün gehalten, auf dem sich das Bild eines lesenden Kindes befindet. Eine gelungene Gestaltung, die auch ausgezeichnet zu dem auf der Rückseite des Buches vermerkten Klappentext passt.
Des Weiteren befinden sich auf dem Cover Angaben zu Buchtitel, Autor und Verlag. Die Rückseite des Buches nimmt der recht umfangreich gehaltene Klappentext ein, der viel vom Anliegen des Buches verrät und die Lust zum Lesen wecken soll. Weitere Daten zum Buch und ein Ausschnitt des Coverbildes sind ebenfalls vorhanden.


Fazit
„Geschichten zum Lesen und Vorlesen“ ist eine etwas zu bunt geratene Mischung von Kurzgeschichten, mit denen der Autor eine kleine Oase der Ruhe in unserer sonst so schnelllebigen High-Tech-Welt schaffen möchte. Leicht zu lesen und mit einer guten Portion Humor präsentieren sie sich dem Leser und obwohl es ihnen manchmal an der nötigen Spannung fehlt, kommen sie trotz alledem recht kurzweilig und unterhaltsam daher.


2 5 Sterne


Hinweise

Dieses Buch kaufen bei: amazon.de

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