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Bei einer Expedition auf dem Mars gerät der Astronaut Mark Watney in einen Sandsturm und wird bewusstlos. Als er aus seiner Ohnmacht erwacht, ist er allein. Auf dem Mars. Ohne Crew. Die spektakulärste Rettungsmission um das Überleben eines einzelnen Menschen beginnt ...

 

Der Marsianer 

Originaltitel: The Martian
Autor: Andy Weir
Übersetzer: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne
Erschienen: September 2015
ISBN: 978-3453316911
Seitenzahl: 512 Seiten

Hier geht's zur Leseprobe


Die Grundidee der Handlung
Die NASA hat bei ihren Marsmissionen mit vielen Szenarien gerechnet, aber die Möglichkeit, dass einer ihrer Astronauten alleine zurück bleiben könnte und nun auf dem unwirtlichen Planeten irgendwie überleben muss, hatten sie nicht in all den Katastrophenplänen vorgesehen. Doch eben diese ist eingetreten. Zum Glück haben sie nicht irgendwen zurück gelassen, sondern Mark Watney – Botaniker, Ingenieur und das Paradebeispiel eines Stehaufmännchens. Natürlich scheint es unmöglich, auf dem Mars zu überleben, aber einer wie Mark Watney hat es ja auch noch nie versucht …

Andy Weir hat mit „Der Marsianer“ einen derart authentischen und humorvollen Roman geschrieben, dass man schnell vergisst, dass es sich eigentlich um Science Fiction handelt. Es wirkt eher wie ein Tatsachenroman und ist deswegen auch etwas für all diejenigen, die sonst einen großen Bogen um Science Fiction machen.


Stil und Sprache
Ich habe genau eine Seite gebraucht, um zu erkennen, dass „Der Marsianer“ absolut ein Buch für mich sein würde. Denn bereits auf der ersten Seite wurde ich vom wunderbar humorvollen Schreibstil von Andy Weir überzeugt. „Der Marsianer“ ist hauptsächlich in der ersten Person aus Mark Watneys Sicht geschrieben und der geht mit viel Galgenhumor an seine Situation heran, den man wunderbar lesen kann. Zwischendurch sind Abschnitte in der dritten Person aus der Perspektive von anderen Crewmitgliedern und NASA Beschäftigten geschrieben, aber auch diese weisen durchaus humorvollen Passagen auf. So lockert der Autor die dramatischen Szenen immer wieder auf und sorgt für gleichbleibendes Interesse, auch wenn die Spannung mal abflacht.

Das ist gut so, denn der Spannungsbogen ist keineswegs so gleichbleibend hoch, wie man es nach der Verlagszusammenfassung erwarten würde. Der Einstieg ist direkt die Unfallszene bei der Evakuierung der Crew, aber danach folgt eine ziemlich ruhige Phase, in der erstmal die Hintergründe und die Ausgangslage erklärt werden. In dieser Phase zeigt sich meiner Meinung nach die einzige Schwachstelle des Romans am deutlichsten: die vielen technischen und botanischen Erläuterungen. Auf der einen Seite sind sie es, die den Roman so authentisch wirken lassen. Auf der anderen Seite schrecken sie wenig technikbegeisterte Menschen wohl eher ab. Deswegen meine unbedingte Bitte: lasst euch nicht abschrecken! Das Durchhalten lohnt sich! Hat man den Anfang nach circa 100 Seiten erstmal überstanden, entwickelt der Roman eine Art Sog, sodass man die restlichen 400 Seiten am liebsten in einem Rutsch lesen würde. Man fiebert mit den Rettungsversuchen mit und ertappt sich dabei, dass man den Stand der Rettung mit anderen diskutieren will – ganz so, als wären es reale Nachrichten. Alles gipfelt im finalen Rettungsversuch und auch wenn man durchaus ahnt, wie es ausgehen wird, bleibt es bis zum Schluss fesselnd und sehr bewegend.


Figuren
Da er alleine auf dem Mars strandet, ist Mark Watney natürlich über weite Teile der Handlung das Zentrum eben dieser und wird entsprechend gut charakterisiert. Wir lernen ihn als humorvollen, optimistischen und nicht zuletzt starken Protagonisten kennen. Seine Ausgangslage könnte kaum schlechter sein und doch gibt er nicht auf und gibt sein Bestes, um gegen alle Wahrscheinlichkeit zu überleben. Dabei helfen ihm nicht nur sein Studium der Botanik und seine Ingenieurskenntnisse, sondern vor allem seine Fähigkeit, innovative (und meist gefährliche) Lösungen für die Probleme zu finden. Alles in allem ergibt sich so eine höchst unterhaltsame Mischung und ein Mensch, dem man tatsächlich zutraut, so lange alleine auf dem Mars zu überleben. Außerdem überlegt man nach der letzten Seite, ob man nicht direkt vorne wieder anfangen sollte, denn Mark nach all der Zeit loszulassen fällt wirklich schwer.

Gerade zu Beginn halten sich die Nebenfiguren wie erwartet in Grenzen. Später wechselt jedoch, wie oben beschrieben, immer wieder die Perspektive und man erhält sowohl Einblicke in die Reise der restlichen Crew, als auch in die Geschehnisse auf der Erde. Die dabei auftretenden Charaktere wurden natürlich nicht so tiefgehend beschrieben wie der Protagonist und doch ist es dem Autor großartig gelungen, sie alle dreidimensional und glaubwürdig darzustellen. Von der fluchenden Pressevertreterin bis zum Chef der Marsmissionen sind sie alle mit klaren Unterscheidungsmerkmalen ausgestattet und man hat absolut keinen Zweifel daran, dass genau diese Personen sich genau da befinden könnten und genau so handeln würden. Großartig!


Aufmachung des Buches
Die pünktlich zum Kinofilm erschienene Auflage von „Der Marsianer“ wurde im Taschenbuchformat mit dem passenden Filmmotiv herausgebracht. Auf dem Cover ist also Matt Damon im Raumanzug zu sehen, wie man ihn auch von den Filmplakaten kennt. Im Buchinneren finden sich keine weiteren Bilder, aber es ist eine grobe Landkarte der im Buch entscheidenden Mars-Region abgedruckt, an Hand derer man nachvollziehen kann, wo Mark Watney unterwegs ist.


Fazit
Ein großartiger Schreibstil, eine unglaublich authentisch dargestellte Handlung und ein grundsympathischer Protagonist machen „Der Marsianer“ zu einer absoluten Leseempfehlung – auch und gerade für all diejenigen, die eigentlich nichts mit Science Fiction Romanen anfangen können.


4 5 Sterne


Hinweise
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